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Der Westliche Balkan zwischen Marginalisierung und EU-Integration

Historische, kulturelle und politische Perspektiven

Edited By Julia Kowalski and Tobias Schneider

Unter dem Begriff des Westlichen Balkans werden heute die Länder des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien und Kosovo) sowie Albanien zusammengefasst. Trotz der fortschreitenden Annährung dieser Länder an die Europäische Union ist das Wissen über die Region meist nur schwach ausgeprägt, oft dominieren Vorurteile das Bild. Der Sammelband spannt thematisch und zeitlich einen weiten Bogen. Die von anerkannten Experten verfassten Beiträge befassen sich aus historischer, kultureller und politischer Perspektive mit dem Westlichen Balkan und vermitteln so nicht nur ein umfassendes Bild dieser Region, sondern fördern auch das Verständnis für eine der faszinierendsten Gegenden Europas.

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Natascha Wunsch, Cornelius Adebahr - Zu spät? Zu zaghaft? Das Konfliktmanagement der internationalen Gemeinschaft im ehemaligen Jugoslawien 145

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145 Cornelius Adebahr, Natasha Wunsch Zu spät? Zu zaghaft? Das Konfliktmanagement der internationalen Gemeinschaft im ehemaligen Jugoslawien Einleitung Über den Einsatz der internationalen Gemeinschaft im ehemaligen Jugoslawien sind die Urteile in aller Regel bereits gefällt: Das sprichwörtliche „too little, too late“1, das auch im Titel dieses Kapitels anklingt, ist daher nur allzu oft mit ei- nem Ausrufe- statt mit einem Fragezeichen versehen. Angesichts des realen Scheiterns des internationalen Konfliktmanagements macht sich dieser Beitrag nicht zur Aufgabe, das mangelnde Engagement der Internationalen Gemein- schaft zu verteidigen. Vielmehr will er Gründe dafür liefern, warum weder die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) noch die Europäische Union (EU)2, weder die NATO noch die Vereinigten Staaten über einen Zeitraum von gut dreieinhalb Jahren in der Lage waren, dem Konflikt im auseinanderbre- chenden Jugoslawien Einhalt zu gebieten. Besonderes Augenmerk legen die Autoren dabei auf die unterschiedlichen In- strumente, welche die Staatengemeinschaft in Ansatz gebracht hat. Hierbei ist unschwer die – lange ergebnislose – Eskalation von diplomatischen Mitteln über das Verhängen von Wirtschaftssanktionen und die Einrichtung von Schutzzonen bis hin zum militärischen Eingreifen zu beobachten. Wir betrach- ten im Wesentlichen die 1990er Jahre, vom Beginn des Zerfalls Jugoslawiens in Slowenien und Kroatien über den Bürgerkrieg in Bosnien und Herzegowina3 bis zum Kosovokrieg kurz vor der Jahrtausendwende. Im ersten Teil bilden wir die diplomatischen Bemühungen im Zeitverlauf ab, bevor wir im zweiten Teil systematisch die weiteren eingesetzten, über den diplomatischen Werkzeugkas- ten hinaus gehenden Instrumente beleuchten. Gleichwohl sind,...

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