Show Less

Werbung für Produkte mit einem Suchtgefährdungspotential

Tabak-, Alkohol- und Glücksspielwerbung aus rechtlicher, ökonomischer und psychologischer Sicht

Series:

Tilman Becker

Die gesetzliche Normierung der Werbung für Glücksspielprodukte durch den Glücksspielstaatsvertrag ist neu und die Werbeeinschränkungen, die der Glücksspielstaatsvertrag vorsieht, sind auslegungsbedürftig. Wie in diesem Buch gezeigt wird, ist bei den Glücksspielprodukten aus einer Reihe von Gründen eine differenzierte Betrachtung angebracht. Während Werbeeinschränkungen für andere Produkte mit Suchtgefährdungspotential – die Rede ist hier von Alkohol und Tabak – vornehmlich gesundheitspolitisch begründet sind, steht bei den Werbeeinschränkungen für Glücksspiel das Ziel der Suchtprävention im Vordergrund. Da jedoch nicht jedes Glücksspielprodukt ein gleich hohes Suchtgefährdungspotential aufweist, ist deutlich auch zwischen den verschiedenen Formen zu unterscheiden.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2 Gefährdung durch Tabak, Alkohol und Glücksspiel 6

Extract

6Gefährdung durch Tabak, Alkohol und Glücksspiel2 Bei Tabak und Alkohol handelt es sich um psychoaktive Substanzen, die kon- sumiert werden. Obwohl Glücksspiel keine Droge ist, kann es zu einer Abhän- gigkeit kommen. Während bei Alkohol und Tabak von einer stoff gebundenen Abhängigkeit gesprochen wird, spricht man bei Glücksspiel von einer nicht- stoffgebundenen Abhängigkeit. Drogensucht und Glücksspielsucht sind dennoch in gewisser Weise vergleich- bar.1 Das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen (Dia- gnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM) in der vierten Version (DSM-IV) definiert die Drogensucht an Hand von sieben Kriterien.2 Wenn drei (oder mehr) davon erfüllt sind, wird von einer Abhängigkeit oder Sucht gespro- chen. Diese Kriterien sind: 1. Toleranzentwicklung: Steigerung der Dosis, um den gewünschten Effekt zu erreichen bzw. deutliche Verringerung des gewünschten Effekts bei fortge- setztem Gebrauch ohne Dosissteigerung; 2. Entzug: ein Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums; 3. Zwanghaftes Verhalten: ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, die Subs- tanz zu konsumieren oder einer oder mehrere erfolglose Versuche, den Sub- stanzkonsum zu reduzieren oder zu beendigen; 4. Verminderte Kontrollfähigkeit: Substanz wird in größeren Mengen oder über eine längere Zeitperiode gebraucht, als von der Person gewünscht; 5. Vernachlässigung von anderen Aktivitäten: fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums; 6. Zeitaufwand: erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu kon- sumieren oder sich von den Folgen zu erholen; 7. anhaltender...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.