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Texte i. d. Enge

Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten

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Torsten Siever

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

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2 Sprachökonomie: Forschungsstand, Begriffs- und Gegenstandsbestimmung 21

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2 Sprachökonomie: Forschungsstand, Begriffs- und Gegenstandsbestimmung Zu den Zielen dieser Arbeit gehörten eine heuristische Zusammenstellung sprachökonomischer Merkmale im Bereich der Morphologie und des Lexikons (Kap. 3) sowie eine pragmatische Definition von Sprachökonomie inklusive der Bestimmung des Gegenstandsbereichs. Im Hinblick auf bisherige Definitions- ansätze sind grundsätzlich zwei Tendenzen festzustellen: So hat einerseits etwa Roelcke (2002b) eine trennscharfe Begriffsbestimmung vorgelegt, die an den Randbereichen zu Problemen führt. Andererseits existieren auch offenere De- finitionen (z. B. Jespersen 1941, Coulmas 1992), die aber einen gewissen Grad an Unterdeterminiertheit aufweisen. Der Anspruch dieser Arbeit muss dementsprechend eine weitestgehende Vermittlung zwischen diesen beiden Tendenzen sein. Im ersten Teil des Ka- pitels wird demnach zuerst ein Forschungsüberblick über den Gegenstandsbe- reich gegeben. Im Anschluss folgen Definitionen verschiedener Termini, die nicht nur im Kontext dieser Untersuchung sinnvoll erscheinen, sondern auch grundsätzlich den Anspruch erheben, der notwendigen Offenheit des ›Sys- tems‹ Sprachökonomie gerecht zu werden. Den Abschluss des Kapitels bil- det die Vorstellung einiger bereits untersuchter Kommunikationsformen und einer formalen Sprache, die im Kontext der sprachlichen Reduktion relevant sind. Dieses methodische Vorgehen erscheint dadurch legitimiert, dass der Fo- kus auf ein Phänomen gerichtet ist, das bisher kaum bearbeitet ist und unter »sprachlicher Kürze und Reduktion« als Subkategorie von Sprachökonomie gefasst werden soll. Die Ausgliederung der Merkmalsmatrix bietet den Vorteil, einen Katalog sprachlicher Ökonomie unabhängig von Definitionsdiskussion, Forschungsre- ferat sowie ähnlichen Untersuchungen vorzustellen. Dieser Katalog findet sich im sich anschließenden Kapitel 3. 22 2 Sprach...

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