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Texte i. d. Enge

Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten

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Torsten Siever

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

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3 Merkmale sprachlicher Ökonomie 85

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3 Merkmale sprachlicher Ökonomie Das Kapitel enthält eine Merkmalsliste zur sprachlichen Ökonomie im Be- reich der Morphologie (3.1) und des Lexikons (3.2), ergänzt um Abkürzun- gen (3.3.1), bei denen es sich um rein grafische Reduktionen handelt und der Wortstatus nicht berührt ist. Eine undifferenzierte Behandlung (Döring 2002) ist daher nicht unproblematisch. Daneben werden einige Hinweise auf wei- tere grafische Reduktionsmöglichkeiten gegeben (3.3.2), die hier jedoch nur am Rande behandelt werden sollen und auszugsweise im Kapitel 4 analysiert werden. 3.1 Morphologie / Lexikon Innerhalb der Morphologie und des Lexikons gibt es vorwiegend zwei ge- genläuf ige ökonomische Tendenzen: Zum einen ist es ökonomisch, mit dem vorhandenen Inventar möglichst einfache, transparente Lexe- me bzw. Wortformen (inkl. Flexive) zu bilden, um eine leichte und kor- rekte Produktion auf Sprecher- / Verfasser- sowie Perzeption auf Hörer- / Leserseite zu ermöglichen. Dem gegenüber steht der bewusste oder unbewuss- te Wunsch, syntaktisch einfache Strukturen zu schaffen, die es notwendig machen, ganze Syntagmen auf Wortebene zu komprimieren und komplexe Wörter zu bilden. Die Schwierigkeit, Morphologie von Syntax getrennt zu behandeln, gilt also auch für sprachökonomische Fragestellungen, denn je mehr auf syntaktischer Seite reduziert wird, desto komplexer wird das Wortmaterial, wenn von Aus- weitung der Text- resp. Sprachmenge im Allgemeinen abgesehen wird. Trotz dieser Schwierigkeit soll versucht werden, die sprachökonomischen Merkmale traditionell getrennt (auf Morphologie beschränkt) anzuführen, um den Ein- zelaspekt in den Vordergrund zu stellen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen,...

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