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Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja

Eine einzelexegetische Untersuchung zur Bestimmung ihrer Eigenart

Zoltán Rokay

Die Visionen des Sacharja stellen ein umstrittenes Thema dar. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage ihrer Herkunft, ihres Verhältnisses zur Prophetie und der Apokalyptik. Monographien und Artikel versuchen immer wieder diese Frage originell zu beantworten. Auf wesentlich neue Resultate kann man dabei bislang nicht verweisen. Was bis zum Erscheinen dieser Arbeit gefehlt hat, ist eine Darstellung des wesentlichen Problems, die hier vor dem Hintergrund des Ganzen der Schriften des Ersten Testaments erfolgt.

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3. Kapitel: Das dritte Nachtgesicht 77

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77 3. Kapitel: Das dritte Nachtgesicht I. Die Einzelheiten des dritten Nachtgesichts Diese Vision zeichnet sich – im Unterschied zu der vorhergehenden – besonders durch den mehrfachen Dialog und die dadurch gewonnene Dynamik aus. Es ist auch ein Jahwewort zu hören, das aber durch einen der Engel überbracht wird. Daneben wird hier vom Einsatz Jahwes für Jerusalem gesprochen. Was aber diese Vision in der Reihe der sacharjanischen Visionen besonders heraushebt, ist die Rede vom הוהי דובכ im Zusammenhang mit Jerusalem. 1. Der Mann mit der Meßschnur Diese Gestalt verbindet die Nachtgesichte Sacharjas auf einmalige Weise mit der Ezechieltora. Die Übereinstimmung ist trotz der Unterschiede faszinierend. Zu besserem Vergleich seien die in Frage kommenden Stellen hier aufgeführt: Ez 40,3: הדמה הנקו ודיב םיתשפ ־ ליתפו … שׁיא ־ הנהו 40,5: הדמה הנק שׁיאה דיבו Sach 2,5: הדמ לבח ודיבו שׁיא ־ הנהו Wir begegnen außerdem einem Mann mit einem Richtblei in einer Vision des Pro- pheten Amos (Am 7,7 f). Da soll die Haltbarkeit einer Mauer (= Israel) geprüft werden. Im Gegensatz zu unserer Stelle geht es bei Amos um die Vorhersage des Unheils. Die Situation, die als Stütze und Ausgangspunkt für das Verständnis und die Bestimmung der Aussageintention dieser Vision heranzuziehen ist, ist die der nachexilischen Gemeinde. Im Mittelpunkt steht da nicht der Gedanke des Völker- gerichts, nicht das Verhältnis Jahwes „ad extra“, sondern sein Verhältnis zu Juda und vor allem zu Jerusalem. Diese Frage wird dann naturgemäß mit dem Gedan- ken der Restauration in Zusammenhang gebracht. Das „Kommen Jahwes“ aus der Tradition Deuterojesajas ist und bleibt auch f...

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