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Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja

Eine einzelexegetische Untersuchung zur Bestimmung ihrer Eigenart

Zoltán Rokay

Die Visionen des Sacharja stellen ein umstrittenes Thema dar. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage ihrer Herkunft, ihres Verhältnisses zur Prophetie und der Apokalyptik. Monographien und Artikel versuchen immer wieder diese Frage originell zu beantworten. Auf wesentlich neue Resultate kann man dabei bislang nicht verweisen. Was bis zum Erscheinen dieser Arbeit gefehlt hat, ist eine Darstellung des wesentlichen Problems, die hier vor dem Hintergrund des Ganzen der Schriften des Ersten Testaments erfolgt.

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7 . Kapitel: Die Investitur des Hohenpriesters Josua (3,1-7) 117

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117 7 . Kapitel: Die Investitur des Hohenpriesters Josua (3,1-7) Die Analyse der Einzelheiten dieser Vision wird neben den Gemeinsamkeiten mit den anderen Nachtgesichten auch die Abweichungen herausstellen. Schon bei der Besprechung der ersten und der letzten Vision wurde auf das Motiv der „himm- lischen Versammlung“ hingewiesen, das sich auch hier in Sach 3,1-7 meldet. In diesem Zusammenhang war auch davon die Rede, daß diese Versammlung durch den Verkündigungsauftrag das Nachtgesicht mit den übrigen Berufungsvisionen des Alten Testamentes verbindet, vor allem aber mit Ezechiel, wo Vision und Be- rufung eng verbunden sind, und mit Js 6, wo sich ebenfalls das Motiv der himm- lischen Versammlung vorfi ndet. Wenn in der ersten und der letzten Vision eine Sakralität des Raumes angenommen werden kann, so bricht das Motiv des Kultes (obwohl der Tempel auch in Sach 3,1-7 nicht genannt wird) durch die sakrale Handlung und die Person des Hohenpriesters durch. Die Unterschiede zu den anderen Nachtgesichten: 1. Was zuerst auffällt, ist die Einleitung ינאריו; bei Sacharja fi nden wir sonst die Wendung הנהו (ה)אראו/יתיאר (nur in der zweiten Vision beginnt der 2. Teil הוהי ינאריו). 2. Die Deutung ergeht nicht an den schauenden Propheten, sondern an eine Gestalt der Vision: an Josua. Außerdem ist die Deutung hier keine einfach geprägte Er- klärung, sondern wird als „deklarierende(s) Wort“ 353 im Verlauf des visionären Geschehens gegeben. 353 H.-J. Hermisson, Sprache und Ritus im altisraelitischen Kult (WMANT 19). Neukirchen 1965, S. 91. – Mahalak kommt im räumlichen Sinne im...

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