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Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja

Eine einzelexegetische Untersuchung zur Bestimmung ihrer Eigenart

Zoltán Rokay

Die Visionen des Sacharja stellen ein umstrittenes Thema dar. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage ihrer Herkunft, ihres Verhältnisses zur Prophetie und der Apokalyptik. Monographien und Artikel versuchen immer wieder diese Frage originell zu beantworten. Auf wesentlich neue Resultate kann man dabei bislang nicht verweisen. Was bis zum Erscheinen dieser Arbeit gefehlt hat, ist eine Darstellung des wesentlichen Problems, die hier vor dem Hintergrund des Ganzen der Schriften des Ersten Testaments erfolgt.

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8. Kapitel: Schlüsselprobleme in den Nachtgesichten 131

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131 8. Kapitel: Schlüsselprobleme in den Nachtgesichten Wie die Beschäftigung mit den Visionen Sacharjas gezeigt hat, spielen darin ge- wisse Vorstellungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ihnen muß im folgenden nochmals besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie nicht nur für das jeweils Geschaute von Bedeutung sind, sondern darüber hinaus die Gesamtbot- schaft des Propheten entsprechend situieren. Sacharjas Verhältnis zu Ezechiel und zur „priesterlichen“ I. Überlieferung Im Verlauf der vorliegenden Untersuchung wurde mehrfach auf Ähnlichkeiten Sacharjas mit Ezechiel und P sowie auf entsprechende Abweichungen hingewie- sen. 391 Da aber gerade zuletzt, bei der Besprechung von Sach 3,1-7, die Abwei- chungen von Ezechiel wieder zur Diskussion standen, scheint es angebracht, ge- rade diesen Themenkreis nochmals, und zwar als erstes der „Schlüsselprobleme“, zu behandeln. 1. „Theokratisch“ und „eschatologisch“ Wir greifen in diesem Zusammenhang auf den schon erwähnten Artikel von R. G. Hamerton-Kelly zurück. 392 Von den apokryphen Apokalypsen ausgehend reduziert er alle Positionen auf zwei: 1. Die jener Kreise, die mit P verwandt sind, die „keine Eschatologie haben“, die Hamerton-Kelly als „Theokraten“ bezeichnet, die für einen Wiederaufbau des Tempel sind, und 391 So u.a. S. 25 ff; 157 f (die Buchrolle bei Ez) ; 182 ff; 192 ff. 392 R. G. Hamerton-Kelly, The Temple and the Origins of Jewish Apocalyptic: VT 20 (1970) 1-15; s. oben S. 26 f. 132 2. die mit Ez verwandten Kreise, für die „der Neubau Verrat der eschatologischen Hoffnung“ war. 393 Es gibt nach ihm aber noch...

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