Show Less

Katholische Aufklärung und Ultramontanismus, Religionspolizey und Kultfreiheit, Volkseigensinn und Volksfrömmigkeitsformierung

Das rheinische Wallfahrtswesen von 1826 bis 1870- Teil 2: Die staatliche Wallfahrtspolizey im nördlichen Rheinland

Series:

Volker Speth

Nachdem der Kölner Erzbischof Spiegel 1826 alle mehrtägigen und überdiözesanen Wallfahrtszüge verboten hatte, half der preußische Staat unter Polizeieinsatz bei der Durchsetzung des kirchlichen Wallfahrtsverbots im Nordrheinland. Diese staatliche Exekutivassistenz trug dazu bei, dass die großen feierlichen Wallfahrtsprozessionen mit Insignien und Priesterbegleitung weitgehend zum Erliegen kamen. Als Erzbischof Droste-Vischering 1837 Wallfahrten auf Antrag wieder gestattete, duldete der Staat die sofort zunehmenden Wallfahrten stillschweigend, kehrte dann aber nach der Inhaftierung des Erzbischofs im Einverständnis mit seinem die Amtsgeschäfte weiterführenden Generalvikar 1838 im Prinzip wieder zur früheren Politik der Wallfahrtsrepression im Bündnis mit der Kirche zurück. Wegen der durch den Kölner Kirchenstreit ausgelösten Unruhe in der katholischen Bevölkerung und aus Sorge um die Popularität der preußischen Herrschaft am Rhein veranlasste der Kultusminister, dass die – im Ganzen wenig flächendeckende und energische – Amtshilfe des Staates bis 1839/40 faktisch eingestellt wurde. 1842 stimmte der Staat auf Bitte des neuen Erzbischofs Geissel anlässlich des Kevelaerer Wallfahrtsjubiläums auch der Aufhebung des kirchlichen Wallfahrtsboykotts und der Wiederverkirchlichung des Wallfahrtskults zu.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Inhaltsverzeichnis

Extract

VII Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Die Geschichte der Wallfahrtspolizey a) 1826 – 1836/37 b) 1837/38 c) 1838/39 d) 1839/40 e) 1840 – 41 f) Ab 1842 g) Exkurs: Der Staat und die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt von 1844 h) Zwischenbilanz 3. Regelungsmaterien und Handlungsfelder der Wallfahrts- und Prozessionspolizey a) Ausländische Wallfahrtszüge b) Störungen des evangelischen Gottesdienstes durch vorbei- ziehende Wallfahrtszüge und Prozessionen c) Die Läuterung des Prozessionswesens d) Nichtherkömmliche Prozessionen e) Begleitung von Prozessionen durch Militäreskorten und Bürger- garden f) Devotionsbezeugung gegenüber Sakramentsprozessionen durch Hutabnahme 4. Gesamtbilanz: die preußische Polizeygewalt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Lichte der Wallfahrts- und Prozessions- polizey Statistikanhang Quellenverzeichnis Literaturverzeichnis 1 7 8 66 98 157 195 205 227 236 255 256 267 280 296 308 311 317 327 339 343

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.