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Wissenschaftssprache Deutsch: lesen – verstehen – schreiben

Ein Lehr- und Arbeitsbuch

Gabriele Graefen and Melanie Moll

Das Lehr- und Arbeitsbuch wendet sich an diejenigen, die an deutschsprachigen Hochschulen studieren oder wissenschaftlich arbeiten wollen und deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Voraussetzung für die Arbeit mit diesem Buch ist ein fortgeschrittenes Sprachniveau (C1). Angestrebt wird eine souveräne Beherrschung der Wissenschaftssprache Deutsch und damit eine wissenschaftskommunikative Kompetenz auf hohem Niveau (C2). Das Buch ist geeignet für studienbegleitende oder -vorbereitende Kurse an deutschsprachigen Hochschulen sowie für den weltweiten Einsatz an Universitäten, deutschen Auslandsschulen oder Sprachinstituten. Es bietet aufgrund seiner Reichhaltigkeit und durch den Lösungsschlüssel im Internet motivierten Lernern auch die Möglichkeit zum Selbststudium.

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6 Argumentieren, Argumentation 65

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Wissenschaftssprache Deutsch 65 6 Argumentieren, Argumentation 6.1 Was ist Argumentieren? Ziel einer Argumentation ist es, anders Denkende in einer theoretischen oder praktischen Entscheidungsfrage zu überzeugen. Überzeugen geht nur über ver- nünftige, nachvollziehbare Argumente, auf der Basis des logischen Denkens. Häufige sprachliche Handlungen sind dabei das Erklären und Begründen. In einer mündlichen Argumentation im Alltag ist es aber auch üblich, Wörter und „Strategien“ einzusetzen, mit denen man Druck ausübt und den Hörer ein wenig in die gewünschte Richtung drängt. Dazu benutzen die Sprecher gern Wörter wie doch, ja, natürlich, selbstverständlich: % (VLVWGRFKVRGDVV۫ (VLVWMDNODUGDVV۫ 1DW¾UOLFKLVW;HLQ3UREOHPDEHU۫ Um ihre Meinung oder ihren Standpunkt zu verdeutlichen, benutzen sie gele- gentlich auch emotionale (gefühlsbetonte) Ausdrücke wie im folgenden Bei- spiel: % ۣ'DVVGLH'HXWVFKH%DKQ$*YRPZLUWVFKDIWOLFKHQ6WDQGSXQNWKHUHLQH .DWDVWURSKHLVWZLUGQLHPDQGEHVWUHLWHQۡ/HVHUEULHIDQGLHۣ6¾GGHXWVFKH =HLWXQJۡ Meinungsäußerungen dieser Art werden nicht selten ohne Begründung vorgetra- gen und sollen im Rahmen der Meinungsfreiheit im privaten und politischen Leben akzeptiert werden. Aussagen, die der Hörer nicht glaubt und die der Spre- cher nicht beweisen kann, sind Behauptungen. Um die Aussagen aufrechterhal- ten zu können, muss der Sprecher einen Beweis nachliefern. 6.2 Argumentieren in der Wissenschaft In der europäischen Wissenschaft geht es um die Gewinnung neuer Erkenntnis- se, die gesamtgesellschaftlich genutzt werden. Dafür arbeiten Forscher zusam- men, immer wieder entsteht aber auch eine Konkurrenz zwischen ihnen. Neue Erkenntnisse verdrängen frühere Erkenntnisse, vorher wird darüber gestritten. Ein Beispiel aus der Wissenschaftsgeschichte...

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