Show Less

Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Bildung – Probleme und Perspektiven

Series:

Edited By Martin Fischer, Matthias Becker and Georg Spöttl

Die Diagnose der für die Berufsarbeit erforderlichen Kompetenzen ist ein aktuelles Thema der Berufsbildungsforschung – nicht zuletzt hervorgerufen durch die politischen Bemühungen, mittels des Europäischen Qualifikationsrahmens berufliche Kompetenzen europaweit in Beziehung zu setzen. Der Zusammenhang zwischen geeigneten Kompetenzmodellen, der Aussagekraft und Qualität angewendeter Diagnoseverfahren und den zu unterstützenden Kompetenzentwicklungsprozessen wird in den Beiträgen dieses Buches untersucht. Es werden grundlegende Problemstellungen der beruflichen Kompetenzmodellierung und Kompetenzdiagnostik diskutiert. Weiterhin widmen sich verschiedene Autoren den Anwendungsfeldern und Methoden der Kompetenzmessung in der beruflichen Bildung, beleuchten soziale und interkulturelle Kompetenzen und beschäftigen sich mit Kompetenzen im internationalen Vergleich. Schließlich werden Perspektiven für die Kompetenzdiagnostik im Bereich beruflicher Arbeit und Ausbildung aufgezeigt, so etwa die Bedeutung «kollektiver Kompetenz». Entstanden ist der Band im Kontext des Forschungsworkshops «Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Bildung – Probleme und Perspektiven», der im Sommer 2010 vom Institut für Berufspädagogik (IBP) und dem House of Competence (HoC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) durchgeführt wurde und an dem sich das Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen sowie das Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) der Universität Flensburg beteiligt haben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 3: Perspektiven für die Kompetenzdiagnostik im Bereich beruflicher Arbeit und Ausbildung 205

Extract

Teil 3: Perspektiven für die Kompetenzdiagnostik im Bereich beruflicher Arbeit und Ausbildung Kollektive Kompetenz – eine wenig beachtete Dimension beruflicher Kompetenzdiagnostik Martin Fischer, Peter Röben 1 Einleitung Neben anderen Zielen geht es in der beruflichen Bildung um die Herstellung von Ar- beitsvermögen. Arbeitsvermögen wird z. B. von Oswald Neuberger (1991, S. 3 f.) folgendermaßen definiert: „Arbeitsvermögen ist ein summarischer Begriff, der nicht die einzelnen ‚Hände‘ oder ‚Kräfte‘ erfaßt (wie Arbeitnehmer zuweilen verdinglichend bezeichnet werden). Nicht was eine indivi- duelle Person (leisten) kann, interessiert, sondern was eine Person, die mit anderen Personen nach vorgegebenen Regeln und Zielen zusammenarbeitet, (leisten) kann.“ Berufliche Kompetenz beinhaltet demnach nicht nur individuelle, sondern auch kol- lektive Handlungsfähigkeit, und zwar unabhängig davon, wie die Zusammenarbeit von Arbeitspersonen im Einzelnen betrieblich geregelt ist. Betrachtet man die derzeit vorgeschlagenen Verfahren der Kompetenzdiagnostik, insbesondere auch die aus der Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie den Berufswissenschaften, so wird die Di- mension der kollektiven Kompetenz in aller Regel nicht erfasst: • In der Machbarkeitsstudie zu einem europäischen Vergleichstest in der Berufsbil- dung, Stichwort „Berufsbildungs-PISA“, werden „individuelle Fähigkeiten“ (Ein- stellungen, Motivation, Wissen etc.) im Kontext verschiedener Kompetenzberei- che (Selbst-, Sach-, Methoden- und Sozialkompetenz) konzeptionalisiert (Baethge u. a. 2006, S. 38 ff.). Im Bereich der Sozialkompetenz tauchen interpersonale An- forderungen auf, jedoch bloß im Hinblick auf individuelle Fähigkeiten: „Sozial- kompetenz umfasst die Gesamtheit der Fähigkeiten eines Individuums, die in ko- operativen Situationen erforderlich sind, um im Umgang mit anderen sich bewe-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.