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Inszenierte Politik in den Bundestagswahlkämpfen 2005 und 2009

Inszenierungsstrategien von Politikern

Johanna Thiel

In der Öffentlichkeit, nicht zuletzt von den Medien, wird v. a. zu Wahlkampfzeiten häufig von inszenierter Politik gesprochen, ohne auf deren Kennzeichen einzugehen. Es zeigt sich, dass es nur eine diffuse Meinung darüber gibt, was unter inszenierter Politik zu verstehen ist. In der Arbeit werden theoretische Grundlagen verschiedener Fachbereiche vorgestellt und bewertet. Anschließend werden die Bundestagswahlkämpfe 2005 und 2009 untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf den TV-Duellen der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Auf Basis der Analyse werden acht Inszenierungsstrategien von Politikern und somit präzise Kennzeichen inszenierter Politik bestimmt. Außerdem wird ein methodisches Problem aufgedeckt: Eine gelungene Inszenierung ist nicht als solche zu identifizieren.

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III. Analyse des Bundestagswahlkampfes 2005 115

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115 III. Analyse des Bundestagswahlkampfes 2005 Seit dem Wahlkampf zwischen dem amtierenden US-Präsidenten Richard Nixon und seinem Herausforderer John F. Kennedy wird dem Fernsehen eine be- sondere Bedeutung in Wahlkampfzeiten zugemessen. Über den konkreten Ein- fluss des Fernsehens auf die Wähler ist sich die Wissenschaft allerdings uneinig. Im Zusammenhang mit der Bedeutung des Fernsehens sind immer wieder kritische Stimmen zu hören, dass Sachinformationen zugunsten von Politik- und Medieninszenierung verloren gingen und Inhalte nicht mehr wichtig seien. Oft wird dann von der Amerikanisierung der Wahlkämpfe gesprochen. Gleichzeitig wird die Diskussion um inszenierte Politik angefacht, die in den letzten Jahr- zehnten angeblich zugenommen hat. Der Schluss liegt nahe, dass die genannten Phänomene etwas miteinander zu tun haben und möglicherweise Hand in Hand gehen. In diesem Kapitel soll geklärt werden, ob der Bundestagswahlkampf 2005 aufgrund der besonderen Situation der vorgezogenen Neuwahlen als Inszenie- rung zu werten ist. Nachdem die Begriffe Inszenierung und Amerikanisierung in Kapitel II dieser Arbeit bereits theoretisch erläutert worden sind, wird nun über- prüft, in welchem Ausmaß im Bundestagswahlkampf 2005 die für die Dis- kussion um die Inszenierung relevanten Amerikanisierungstendenzen auf- getreten sind. Außerdem stellt sich die Frage, ob die nachgewiesenen Kenn- zeichen des wissenschaftlich umstrittenen Begriffs Amerikanisierung als Indiz für inszenierte Politik angesehen werden können. Danach wird der Höhepunkt des Fernsehwahlkampfes, das TV-Duell, einer genauen Analyse unterzogen. Außerdem wird sowohl die Vor- als auch die Nachberichterstattung in die Ana- lyse integriert, um eventuelle Unterschiede...

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