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Inszenierte Politik in den Bundestagswahlkämpfen 2005 und 2009

Inszenierungsstrategien von Politikern

Johanna Thiel

In der Öffentlichkeit, nicht zuletzt von den Medien, wird v. a. zu Wahlkampfzeiten häufig von inszenierter Politik gesprochen, ohne auf deren Kennzeichen einzugehen. Es zeigt sich, dass es nur eine diffuse Meinung darüber gibt, was unter inszenierter Politik zu verstehen ist. In der Arbeit werden theoretische Grundlagen verschiedener Fachbereiche vorgestellt und bewertet. Anschließend werden die Bundestagswahlkämpfe 2005 und 2009 untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf den TV-Duellen der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Auf Basis der Analyse werden acht Inszenierungsstrategien von Politikern und somit präzise Kennzeichen inszenierter Politik bestimmt. Außerdem wird ein methodisches Problem aufgedeckt: Eine gelungene Inszenierung ist nicht als solche zu identifizieren.

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IV. Analyse des Bundestagswahlkampfes 2009 171

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171 IV. Analyse des Bundestagswahlkampfes 2009 Ziel dieser Arbeit ist, Inszenierungsstrategien von Politikern zu bestimmen. Diese sollen als Werkzeug für weitere Analysen dienen und dabei helfen in- szenierte Politik aufzudecken. Daher ist es sinnvoll einen zweiten Wahlkampf nach denselben Gesichtspunkten wie den Bundestagswahlkampf 2005 zu unter- suchen. Dazu wird der Bundestagswahlkampf 2009 und insbesondere das TV- Duell einer genauen Analyse unterzogen. Im Gegensatz zu den vorgezogenen Neuwahlen 2005 handelte es sich 2009 um einen regulären Wahlkampf nach Ablauf von vier Jahren Regierungszeit der großen Koalition. Auch in Kapitel IV wird der Wahlkampf auf Amerikanisierungstendenzen überprüft. Danach wird auf den Fernsehwahlkampf im Allgemeinen sowie auf das TV-Duell, inklusive seiner Vor- und Nachberichterstattung, im Besonderen eingegangen. 1. Neuwahlen Zwar fanden 2009 keine vorgezogenen Neuwahlen statt, doch sah die Ausgangs- lage für die SPD nicht rosiger aus. In den Umfragen mehrere Monate vor der Wahl lag die SPD weit hinter der Union zurück. Bei der Europawahl im Juni konnte die SPD nur 20,8 Prozent für sich verzeichnen. Angela Merkel fand in der Bevölkerung großen Zuspruch, nur eine Minderheit der Deutschen wünschte sich Frank-Walter Steinmeier als Kanzler. Trotz schwacher Ausgangswerte hoffte das Team um den Herausforderer der SPD auf eine Stimmungswende ähnlich wie 2005. Im August wurde die heiße Phase des Wahlkampfes eingeläutet. Frank- Walter Steinmeier präsentierte am Anfang des Monats in Potsdam sein Kompetenzteam für die Bundestagswahl am 27.09.2009 sowie den Deutschland- Plan. Letzterer wurde bereits vor der...

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