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Krieg als Projektion

Das Israelbild linker deutscher Printmedien zur Zeit des Gaza-Konflikts 2008/2009

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Martin Maier

Diese Studie analysiert die Berichterstattung deutscher Linksmedien über Israel und Palästina während des Gaza-Krieges. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die zur Beschreibung des Konfliktes und seiner Akteure verwendeten Begriffe und Symbole gelegt und das damit vermittelte Bild des jüdischen Staates erhellt. Mittels einer Diskursanalyse wird der Beitrag aktueller Zeitungsberichte und Kommentare für die Reproduktion antisemitischer aber auch proisraelischer Stereotype aufgezeigt. Welche Rolle spielt heute der Antizionismus im linken Diskurs über Israel? Zur Beantwortung dieser Frage müssen auch jene Widerspiegelungen der deutschen Geschichte sichtbar gemacht werden, die – meist nicht bewusst – die Beschreibung und Bewertung des Nahostkonflikts beeinflussen.

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Geleitwort 9

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9 Geleitwort Antisemitismus speist sich aus vielen Quellen, reproduziert sich offen und ver- deckt in alten und neuen Formen und bleibt auch und vor allem in der Bundes- republik Deutschland eine wohl nie zu erledigende Herausforderung. Schon seit einiger Zeit taucht dabei immer wieder die Frage nach einem spezifisch „links“ akzentuierten Antisemitismus auf. Andererseits zeichnen sich aber gerade linke Debatten hierzulande oft auch durch einen strikten Pro-Israelismus aus, der jede Kritik an der sozialen und politischen Realität in Israel und der Innen- und Au- ßenpolitik des israelischen Staates per se als antisemitisch denunziert. Auf der Grundlage einer sehr sorgfältigen Analyse der Repräsentation des Gaza- Konflikts 2008/9 in linken Printmedien und vor dem Hintergrund einer ausführ- lichen Betrachtung von „(Anti-)Zionismus, Judenhass und Pro-Israelismus im Spiegel deutscher Geschichte“ bezieht Martin Maier in seiner hier publizierten Studie sehr klar und gut begründet Stellung gegen den weitgehend in „binären Windmühlen“ verstrickten Israeldiskurs. Er argumentiert überzeugend für eine „Gratwanderung“, die einerseits der „Eigenlogik“ des Nahost-Konflikts, ande- rerseits aber auch dem besonderen deutsch-jüdischen Verhältnis angemessen Rechnung trägt. Die unausgesprochene Hoffnung der Studie scheint sich darauf zu richten, dass die deutsche Linke gerade aus einer Position „zwischen allen Stühlen“ zu Erkenntnissen und Einsichten gelangen könnte, die nicht nur diskur- sive sondern auch praktische Alternativen jenseits der „binären Windmühlen“ eröffnen. Marburg, im März 2011 Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf

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