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Krieg als Projektion

Das Israelbild linker deutscher Printmedien zur Zeit des Gaza-Konflikts 2008/2009

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Martin Maier

Diese Studie analysiert die Berichterstattung deutscher Linksmedien über Israel und Palästina während des Gaza-Krieges. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die zur Beschreibung des Konfliktes und seiner Akteure verwendeten Begriffe und Symbole gelegt und das damit vermittelte Bild des jüdischen Staates erhellt. Mittels einer Diskursanalyse wird der Beitrag aktueller Zeitungsberichte und Kommentare für die Reproduktion antisemitischer aber auch proisraelischer Stereotype aufgezeigt. Welche Rolle spielt heute der Antizionismus im linken Diskurs über Israel? Zur Beantwortung dieser Frage müssen auch jene Widerspiegelungen der deutschen Geschichte sichtbar gemacht werden, die – meist nicht bewusst – die Beschreibung und Bewertung des Nahostkonflikts beeinflussen.

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I. Ansatz und Ablauf der Darstellung 11

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11 I. Ablauf und Ansatz der Darstellung Im übrigen sehe ich jetzt, wie schwer es ist, sich beim Schreiben nicht in einen Polizisten – welcher Schattierung auch immer – zu verwandeln. Hans Peter Duerr Daß die Deutschen an ihrer eigenen Nation als fehlerhaft sehen, wovon sie an andren die gute Seite bewundern […] ist ‚Pathos der Ferne’, eigentlich eine Tugend, bloß eine sehr gefährliche. Robert Musil 1) Zu dieser Arbeit „Antisemitism means hating the Jews more than necessary.” So lautet ein be- kanntes amerikanisches Bonmot, das eine besondere Eigenschaft der antijüdi- schen Stereotype anspricht: Sie sind allgemein verbreitet, treten aber trotzdem immer wieder in Form besonders skandalträchtiger Äußerungen auf, die damit erneut ihre Wahrnehmung im öffentlichen Diskurs für einige Zeit bestimmen. Meist jedoch spukt der Antisemitismus als ein mehr oder weniger unkommen- tiertes, weil chiffriertes Phänomen durch den Mediendiskurs in der ‚westlichen’ Welt, dass keiner spezifischen politischen Position mehr als verursachendem Prinzip zuzuordnen ist. Eine dieser Chiffren, in die sich das antijüdische Ressen- timent kleiden und damit gefahrlos kommunizieren lässt, ist der Antizionismus, der ehemals, wie im historischen Teil dieser Arbeit gezeigt werden soll, sich be- sonders großer Beliebtheit in der deutschen radikalen Linken erfreute. So kommt Volker Weiß in seiner Analyse von Flug- und Programmschriften der militanten Gruppierungen der siebziger Jahre, deren Israelbild auch auf das wei- tere Umfeld der Neuen Linken abstrahlte, zu dem Schluss „Die gezielte Vermischung historischer Ebenen im Nahostdiskurs diffa- mierte den Zionismus als Faschismus und war mittels der...

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