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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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3 Das Konzert im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart: Krise? Chancen! 49

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49 3 Das Konzert im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart: Krise? Chancen! Ende des 19. Jahrhunderts war das Konzert, wie in Kap. 2 dargestellt, von ästhe- tisch-sozialer Relevanz – eine Verfassung, die sich von seinem heutigen Zustand nur etwa 100 Jahre später nicht deutlicher unterscheiden könnte: Auf die Krise der Klassik, die Krise des Konzerts beziehen sich Konzertveranstaltende wie Musikwissenschaftler und -pädagogen in den letzten Jahren mit der größten Selbstverständlichkeit. Diese allgegenwärtige ‚Krise’ scheint zum Ausgangs- punkt ihres Handelns und seit einigen Jahren ein Lieblingsthema in den semi- wissenschaftlichen Fachzeitschriften146 und nach wie vor in der wissenschaftli- chen Literatur147 geworden zu sein, das mittlerweile auch einen Platz in den Agenden der Tagespresse148 gefunden hat. Doch ist die Krise so neu? Nach Heister befindet sich das Konzert eher in einer Dauerkrise – und dies bereits seit den 1920er Jahren.149 Worin also beste- hen die aktuellen Schwierigkeiten, denen das Konzert offensichtlich erst jetzt in diesem Maße ausgesetzt ist? Sind sie externer, interner Natur? Wie äußert sich die Krise überhaupt? Die Beschäftigung mit diesem Themenkomplex beginnt mit der Beantwor- tung der letzten Frage durch eine Untersuchung der Publikumsentwicklung in den vergangenen Jahren: Das Publikum kann als Gradmesser für den Zustand eines Systems gelten, das qua Definition auf Publikum angewiesen ist. Nach ei- ner zusammenfassenden Betrachtung zentraler Studien wie dem viel zitierten 8. KulturBarometer, der ARD-E-Musik-Studie und ergänzenden Statistiken des Deutschen Musikinformationszentrums sowie aktuellen Ergebnissen der GfK- Studie 2008 werden die aus den Zahlen ableitbaren,...

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