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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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4 Konzertprogramme im Spiegel der Zeit 91

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91 4 Konzertprogramme im Spiegel der Zeit Es ist nun plausibel geworden, warum das klassische Konzert aktuell von einer Krise betroffen ist. Es ist ferner dargelegt worden, dass diese Krise u. a. durch die Stagnation und Begrenzung der Konzertprogramme genährt wird. Eine Chance für das Konzert liege in einer kreativen Programmgestaltung, lautet die Schlussfolgerung. Wie stichhaltig ist der Vorwurf der Rückwärtsgewandtheit von Program- men? Und von welchem Ausgangspunkt aus könnten Änderungen vorgenom- men werden? Wie ist es bis zu diesem Ausgangspunkt gekommen? In welche Richtung könnten Änderungen überhaupt gehen? Antworten auf diese Fragen finden sich in der historischen Betrachtung von Konzertprogrammen, wobei besonders jener Abschnitt der Geschichte relevant ist, der mit der Professionalisierung des Konzerts beginnt. Die Genese von Kon- zertinhalten spiegelt dabei die auch noch nach dem Erreichen des entwickelten Status’ fortschreitende Kultivierung des bürgerlichen Konzerts (s. Kap. 2.2 u. 2.3) wider: Auch die Gestalt der Konzertprogramme wird maßgeblich von öko- nomischen, gesellschaftlichen sowie geistesgeschichtlichen Entwicklungen be- einflusst. Diese Koordinaten sollen aufgrund ihrer offensichtlichen Signifikanz als Orientierung bei dem Versuch einer Systematisierung der Historie von Kon- zertprogrammen dienen; so werden die Einflüsse von Kommerzialisierung res- pektive ästhetisch-romantischer Maximen zunächst separat voneinander behan- delt. Sie werden dabei stets vor dem Hintergrund der bereits in Kap. 2 erläuter- ten Verbürgerlichung von Konzert und Musik betrachtet. Als roter Faden durch die folgenden Kapitel ziehen sich Reduktions- und Spezialisierungstendenzen, deren ‚Auslese‘ die Konzertprogramme des seriösen Konzertsegments sein werden. Denn dieses...

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