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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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6 Einführung in den Praxisteil 131

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131 6 Einführung in den Praxisteil Im Laufe des nachfolgenden Praxisteils werden die im theoretischen Teil entwi- ckelten Erkenntnisse über Konzertprogramme auf konkrete Konzertprogramme bezogen, um ihre tradierte Gestalt in einem aktuellen Kontext zu verorten und sie auf ihre zeitgemäße Anwendbarkeit hin zu untersuchen. Obwohl das Konzertprogramm als Kernprodukt für die Gewinnung von Publikum eklatant wichtig ist, wird auf die Angaben von Besucherzahlen wei- testgehend verzichtet, da die Auslastung immer nur eine in Relation zum betrie- benen Werbeaufwand sowie der im Voraus einkalkulierten Verkaufszahlen zu verstehende Größe ist. Die davon losgelöste Angabe von Besucherzahlen ist wenig aussagekräftig. Tatsächliche Rückschlüsse auf die Qualität eines Pro- gramms ließen sich zudem einzig im Zusammenhang mit der Reaktion des an- wesenden Publikums schließen.451 Diese umfassende Rückverfolgung kann im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden; die Konzentration liegt deshalb auf Programmen ‚auf dem Papier‘, die von den Veranstaltern oder von der Autorin als ‚funktionierend‘ eingestuft werden. Die Untersuchungen stützen sich hauptsächlich auf die Ergebnisse einer qualitativen sowie quantitativen Datenerhebung. Letztere basiert auf den öffent- lich zugänglichen Angaben zu den Spielzeiten auf Homepages und in analogen Saisonübersichten (s. u.). Da eine solche statistische Erhebung im Allgemeinen lediglich Annäherungswerte liefern kann und im Besonderen der Komplexität des kreativen Untersuchungsgegenstands ‚Konzertprogramm‘ m. E. nicht ge- recht würde, besteht deren sinnvolle Ergänzung in einer qualitativen Analyse durch Experteninterviews, welche wiederum ohne die quantitative Untersuchung jeglicher Grundlage entbehrt h...

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