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Sprachliche Höflichkeit in interkultureller Kommunikation und im DaF-Unterricht

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Edited By Claus Ehrhardt and Eva Neuland

Dem Thema ‘Sprachliche Höflichkeit’ wird wieder eine verstärkte Aufmerksamkeit in Linguistik und Didaktik zuteil. Im Kontext zunehmender Internationalisierung und dem damit verbundenen höheren Aufkommen an interkultureller Kommunikation, aber auch im Kontext der zunehmenden Verbreitung neuer Medien ergeben sich neue Fragestellungen für Theoriebildung und Methodenentwicklung. Der Sammelband präsentiert 17 Beiträge zu theoretischen und methodischen Grundlagen, zu kulturkontrastiven und interkulturellen Themenstellungen sowie Vorschläge zum DaF-Unterricht. Neben historischen und aktuellen Beschreibungsansätzen werden Realisationsformen sprachlicher Höflichkeit am Beispiel von verschiedenen Sprachhandlungsmustern und Textsorten sowie Kommunikationsdomänen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten analysiert. Schließlich folgt ein Ausblick auf interkulturelle Trainings und DaF-Lehrwerke.

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I. Theoretische und methodische Grundlagen

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Zur europäischen Geschichte höflichen Sprechens: Von der mittelalterlichen Didaxe zur Stilisierung höflichen Umgangs in der Renaissance Bettina Lindorfer (Berlin) Vor dem Hintergrund der pragmatischen Höflichkeitsforschung, deren problematische Veren- gung einleitend skizziert wird, werden ausgehend von Begriffsbestimmungen (curialitas vs. Courtoisie/höveschheit etc.) monastische, städtische und höfische Anfänge der europäischen Modellierung höflichen Sprechens betrachtet. Es wird gezeigt, inwiefern die italienische Re- naissance den Anfangspunkt dieser Modellierung darstellt, jedoch in gewisser Weise auch den Abschluss der mittelalterlichen Behandlung bildet; denn Castiglione, Guazzo und Della Casa begründen die höflichen Umgangsformen zwar neu und geben ihnen andere Ziele, sie bauen dabei aber auf ihren antiken und mittelalterlichen Vorgängern auf. Against the background of pragmatic research into courtesy – the problematic narrowness of which is outlined at the start of this paper – the monastic, urban and courtly beginnings of the European model of courteous speech are examined, departing from definitions of certain con- cepts (curialitas vs. courtoisie/höveschheit, etc.). It will be demonstrated to what extent the Italian Renaissance represents the starting-point of this model, while at the same time con- cluding of its medieval treatment; for Castiglione, Guazzo and Della Casa do give new rea- sons for courteous manners and attribute to them new goals, but in principle they still build upon their ancient and medieval predecessors 1. Einführung Seit der Antike ist der Maßstab angemessenen bzw. freundlichen Sprachverhal- tens unter verschiedenen Bezeichnungen und für unterschiedliche gesellschaftli- che Gruppen diskursiv bearbeitet...

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