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Kehillah Kedoschah – Spurensuche

Geschichte der jüdischen Gemeinde in Friedberg- Auf den Spuren der Friedberger Juden von den Anfängen bis zur Gegenwart

Edited By Hans-Helmut Hoos

Nur der historisch aufmerksame Betrachter findet heute noch Spuren jüdischen Lebens in Friedberg in der Wetterau (heute: Hessen). Nach der Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 und der Deportation der letzten jüdischen Gemeindemitglieder am 15. September 1942 in die Gettos und Vernichtungslager ist kaum etwas von der 750 Jahre dauernden Geschichte der Juden in Friedberg erhalten geblieben. Detailreich und durch viele Zeitdokumente anschaulich aufbereitet, wird in diesem Buch rekonstruiert, wie sich jüdisches Leben durch die Jahrhunderte hinweg entwickelt hat, welchen Gefahren es ausgesetzt war, und wie es im 20. Jahrhundert schließlich vernichtet worden ist. Exemplarisch werden die Schicksale dieser Menschen beschrieben und die «Geschichten hinter der Geschichte» nachgezeichnet.

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5 Die Friedberger Juden zwischen Assimilation, Judenfeindschaft und Antisemitismus 147

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147 „Ich habe nicht mehr viel zu erzählen. Oft habe ich über mein Leben nachgedacht, und ich kam immer nur zu dem einen Schluß: Ein Jidd bleibt ein Jidd sein Leben lang. Du weißt, was ich meine. Vielleicht hast du mehr Glück als ich, David.“ (Valenti n Sänger , Die Buchsweil ers. Fran kfurt /M. 1994, S. 80) 5 Die Friedberger Juden zwischen Assimilation, Judenfeindschaft und Antisemitismus 5.1 Die Revolution 1848 und die Juden in Friedberg In den Jahren 1833–1848 setzte sich in den Städten der Assimilatio nsprozess der Juden fort, wob ei es zeitliche Verz ögerunge n in den Städten und auf dem Lande gab. Für das Kultu s- und Schulwe sen war die volle rechtlic he Gleich- stellung bereit s vor der Revoluti on von 1848 Wirklich keit gewor den. Was fehlte, war die Aufhebung aller diskri min ierender Bestimmungen zur Berufs- wahl und der Freiz ügigkeit. Die Durchsetzung der Gleichberechtigung seitens der Regierung en ermöglic hte den Juden neue Erwerbsmögl ichkeiten und die Verbesserung sozialer Aufstiegschancen. Diese Entw icklung war imm er wiede r begleitet von Unr uhen wie beispielsweise die Hep-Hep-Krawalle, die sich am 2. August 1819 von Würzb urg aus über ganz Mi ttel europa ausgebrei - tet hatten. Am 10. Augus t erreichten sie Frankfurt: Überall gingen Lehrlinge und Gesellen wohl mit Duldung ihrer Meister auf die Straß e; hinzu gesellte n sich Arbeitslose und unt erpr ivilegierte Gesellschaftsschichten. 1 Von der jüdi-...

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