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Social Media

Theorie und Praxis digitaler Sozialität

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Edited By Mario Anastasiadis and Caja Thimm

Social Media-Applikationen sind eine zentrale Triebfeder von Online-Kommunikation. Sie organisieren und stützen soziale Kontakte, ermöglichen Arbeits-, Freundschafts- und Intimbeziehungen, versorgen Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen aus allen Lebens-, Gesellschafts- und Politikbereichen, unterstützen Bürgerbewegungen, eröffnen neue Absatz- und Werbekanäle für Unternehmen und reorganisieren Wissen. In Social Communities, Blogs, Microblogging-Diensten, Video- und Musik-Plattformen etc., finden mediatisierte Formen sozialer Kommunikation einen ausdifferenzierten Ermöglichungsraum ineinander verschränkter Applikationen und Nutzungspraxen. Um sich der Relevanz von Social Media anzunähern, beleuchtet dieser Sammelband mit der Auffächerung in Theorieperspektiven, Social Media und Institution und Social Media und Nutzungskulturen drei Hauptschwerpunkte aktueller Social Media-Forschung.

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II. Social Media und Institution

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„Franky goes Web 2.0“ – Der SPD-Wahlkampf im Netz Maike Wegmann As the media habits change, and as technology and the ways which […] voters use technology evolve, politics must evolve with it or face fading into irrelevancy. [Julie Barko 2008] Der mit großen Anstrengungen realisierte KAMPA-Wahlkampf der SPD 1998 wird noch heute als einschneidende Veränderung bundesdeutscher Wahlkampf- führung, als revolutionär und vorbildhaft betrachtet (vgl. bspw. Ristau 2002: 143). Auch bei den folgenden Bundestags-Wahlkämpfen 2002 und 2005 zeigten sich die Sozialdemokraten bemüht, ihre Onlinekompetenzen innerhalb der Kampagnenkommunikation weiter auszubauen (vgl. Boelter/Cecere 2003). Nicht zuletzt aufgrund des medienwirksamen und politisch sehr erfolgreichen Online Campaignings der US-Demokraten um Obama 2008 (Thimm 2010), untersucht der vorliegende Beitrag die Online-Aktivitäten zur Bundestagswahl 2009 am Fallbeispiel der deutschen sozialdemokratischen Partei. Mit spd.de etablierten die deutschen Sozialdemokraten zu Beginn des Wahl- kampfjahres ein modernes Parteiportal, welches, zumindest auf den ersten Blick, ein echtes Online Campaigning zu versprechen schien. Zudem lagerte die SPD im Bundestagswahlkampf 2009 erstmals die Entwicklung eines elementaren Kampagnenbestandteils nicht an eine professionelle Werbeagentur aus: Sie ließ ein Logo für Frank-Walter Steinmeier innerhalb der Online-Designcommunity Jovoto entwickeln. Dies war ein erster Schritt der SPD in die Sphären des parti- zipativen Webs. Allerdings wurde der bei diesem Verfahren eigentlich inhärente Kontrollverlust direkt eingeschränkt, indem die Partei den Gewinner selbst kür- te, und nicht, wie sonst üblich, den Wettbewerb durch eine demokratische Ab- stimmung innerhalb dieser Designcommunity entscheiden ließ. Letztlich ent- schied sich die SPD-Spitze f...

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