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Demokratie und Religion

Tagungsband zum Kolloquium der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz und der Demokratie Stiftung an der Universität zu Köln am 23. 11. 2009 in Köln

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Edited By Bernhard Kempen and Kolja Naumann

Das Verhältnis von Demokratie und Religion schwankt zwischen Kooperation, Indifferenz und Konfrontation. Während sich die derzeitige Diskussion oft auf die Kompatibilität von Islam und Grundgesetz verengt, versucht dieser Tagungsband der bestehenden Spannungslage allgemeiner nachzugehen, um mögliche Probleme aber auch Chancen zu analysieren und interdisziplinär zu diskutieren. Dabei wird zunächst in interdisziplinärer Blickrichtung untersucht, wie es für Religionen möglich ist, sich in pluralistischen Demokratien einbinden zu lassen, wo Möglichkeiten und wo Grenzen einer Zusammenarbeit aus dem spezifischen Blickwinkel der Religion bestehen. Ferner wird gefragt, wie sich der demokratische Staat gegenüber Religionsgemeinschaften verhalten kann, wie er mit ihnen gewinnbringend kooperieren, aber auch, auf welche Art und Weise er sie reglementieren kann.

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Der religionsneutrale Staat und religiöse Pluralisierung:. Kontroversen am Beispiel der Schweizer Demokratie 95

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Der religionsneutrale Staat und religiöse Pluralisierung: Kontroversen am Beispiel der Schweizer Demokratie Martin Baumann Einleitung Religion ist zu Beginn des 21. Jahrhundert zu einem kontrovers diskutierten und "heißen" Gegenstand auf der tagespolitischen Agenda geworden. In vie- len westeuropäischen Staaten stehen religionsbezogene Themen im Fokus von Medien und Politik: Das Verbot von Kruzifixen in staatlichen Schulge- bäuden, die Diskussion um einen Gottesbezug in der Präambel der Europäi- schen Verfassung, der Bau von Moscheen und Minaretten, die Dispensierung muslimischer und christlich-evangelikaler Kinder vom Schulunterricht, der Missbrauchsskandal durch katholische Priester, das Tragen des Kopftuches durch Muslimas im öffentlichen Dienst und manch weiteres mehr. Trotz Sä- kularisierung und Privatisierung von Religion in den modernen, säkular ver- fassten Staaten Westeuropas ist Religion gesellschaftlich virulent und zu ei- nem wieder entdeckten Thema in Politik, Recht, Schule und Medien gewor- den. Nicht zuletzt die neue öffentliche Sichtbarkeit von Religion – und hier insbesondere islamischer Traditionen – sorgt für erhebliche gesellschaftliche Kontroversen. In der Schweiz bildet das Abstimmungsergebnis der Minarett-Stopp-Initiative vom 29. November 2009 den Kulminationspunkt der Jahre andauernden ge- sellschaftspolitischen Debatte um den Platz von islamischer Religion in der Schweizerischen Gesellschaft. Die Annahme des Zusatzes in die Bundesver- fassung "Der Bau von Minaretten ist verboten" (§ 72,3) rückte die Themen Muslime, Minarette und Islam in das Scheinwerferlicht medialer und politi- scher Öffentlichkeit – in der Schweiz wie auch weltweit. Die 57,5%ige Refe- rendumsannahme kam für Gegner wie für Befürworter der Initiative überra- schend – a "surprise Swiss...

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