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«Welten» – Zur Welt als Phänomen

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Edited By Günther Pöltner and Martin Wiesbauer

Die Debatten um Globalisierung, um die Einheit der Welt in der Vielfalt der Kulturen und die damit zusammenhängenden Konflikte belegen die Aktualität des Themas «Welt». Die Phänomenologie kann für sich in Anspruch nehmen, dieses Thema auf bis heute richtungsweisende Art in Angriff genommen zu haben. «Welt» wird dabei nicht als ein Gegenstand unserer Bezugnahme, sondern als der Horizont aller Horizonte, der in jeder Bezugnahme auf einen Gegenstand bereits «vorausgesetzt» ist, in je verschiedener Weise gedacht. Husserl, Heidegger, Scheler, Merleau-Ponty, Luhmann, Schapp, Levinas, Fink etc.; sie alle widmen sich auf je eigene, genuin phänomenologische Weise der Welt. Ihre Auseinandersetzung mit diesem Thema wird in den in diesem Band versammelten Beiträgen durchleuchtet und hinterfragt, ja im besten Fall in eigenständiger Weise fortgeführt und weitergedacht.

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Wolfhart Henckmann: Person und Welt bei Max Scheler

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Person und Welt bei Max Scheler Wolfhart Henckmann, München In der zweiten Periode seines philosophischen Lebenswerks, die im Zeichen der Rezeption und Anverwandlung von Husserls Phänomenologie stand, stellte Scheler den für sein Denken grundlegenden Satz von der Korrelativität von geis- tiger Person und Welt auf: „Diese Weltstruktur und diese Geistesstruktur aber bilden in allen ihren Teilen selbst einen Wesenszusammenhang".1 Beide Korre- lata, die Person und die Welt, fasst er als „Struktur" auf, was soviel wie einen Wesenszusammenhang von mehreren Elementen bedeutet. Wird „Korrelativität" streng gefasst, dann muss auch sie eine Struktur bilden, die zwischen den beiden Polen vermittelt, sie muss eine in sich durch die Korrelationen zwischen den E- lementen beider Pole als auch zwischen den beiden Polen selber wesensgesetzli- che „Brücke" darstellen. Mit dem Wesenszusammenhang zwischen Person und Welt ist die allgemeinste und höchste Grundkorrelation für die Erfassung der Stellung des Menschen im Ganzen des Seins gemeint, eine Fragestellung und zugleich ein sich selbst in Frage Stellen, die Scheler bis zu seinen letzten Schrif- ten beschäftigt, ja beunruhigt hat. Wenn Person und Welt nicht isoliert vonein- ander angemessen erfasst werden können, sondern nur aus ihrer Korrelation miteinander, dann nimmt die Korrelation selber eine entscheidende Rolle an, da sie es ist, die die für beide Pole wesentliche Zuordnung zu einander trägt und ausrichtet, wenn nicht gar beide Pole allererst ihrem Wesen nach auslegt. Dies führt auf die Frage, in welchem Verhältnis der Auslegende zur Korrelation...

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