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Die Finanzierung internationaler Umweltpolitik

Eine Erklärung des Vergabeverhaltens und der ungleichen Beteiligung von OECD-Geberländern bei der Vergabe von Umwelthilfe

Aike Müller

Warum beteiligen sich OECD-Länder unterschiedlich stark an der Finanzierung globaler Umweltpolitik? Wird Umwelthilfe an Entwicklungs- und Schwellenländer gezahlt, um wirtschaftliche Interessen oder normative Wertvorstellungen der Geberländer durchzusetzen? Das Buch liefert Antworten auf diese Fragen. Theoretische Anknüpfungspunkte bieten vor allem die ökonomische Literatur und politikwissenschaftliche Theorien der internationalen Beziehungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden Vergabehypothesen anhand aufwändig konstruierter Datensätze statistisch getestet. Es zeigt sich, dass ‘grüne’ Normen eine zentrale Determinante der Vergabeentscheidung und der ungleichen Beteiligung darstellen, während die Bedeutung von strategischen und wirtschaftlichen Interessen nachgelassen hat.

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3 THEORIEN

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Zentrales Anliegen dieser Arbeit ist die Klärung der Frage, warum sich Geber- länder unterschiedlich stark an der Finanzierung internationaler Umweltpolitik beteiligen und welchen Vergabekriterien die finanziellen Zuweisungen unterlie- gen. Auf Grundlage der aufgearbeiteten Literatur und der vorliegenden empiri- schen Daten erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass die Varianz in der Be- teiligung zwischen den Geberländern auf purem Zufall beruht. Vielmehr ist es plausibel anzunehmen, dass unterschiedliche Interessen auf Seiten der Geber- länder oder auch normgeleitete Überzeugungen bei der Entscheidung über die Höhe der Vergabe eine maßgebliche Rolle spielen. In der Literaturübersicht von Kapitel 2 wurden rationale und ideell motivier- te Vergabekriterien aus dem Bereich der traditionellen Entwicklungshilfe her- ausgearbeitet, die sich unter den Modellen des ‚donor interest’ und des ‚recipient need’ zusammenfassen lassen. An diese ökonomische und entwicklungspolitisch eingefärbte Literatur lässt sich politikwissenschaftlich hervorragend anknüpfen. Das liegt vor allem an den zahlreichen Analogien der in dieser Literatur ge- machten Annahmen mit den zentralen Prämissen bekannter Theorien internatio- naler Beziehungen: So deckt sich die Vermutung, dass Geberländer bei der Ver- gabe von Entwicklungshilfe vor allem ihre politikstrategischen oder ökonomi- schen Eigeninteressen durchzusetzen versuchen, weitgehend mit den zentralen Annahmen der (neo)realistischen oder auch der neoliberalen Theorieschule der internationalen Beziehungen. Beide gehen von einer anarchischen Organisati- onsstruktur des internationalen Systems aus. Im Gegensatz dazu passt die Idee, dass Geberländer sich bei der Vergabe vor allem von den Bedürfnissen der Empfängerländer leiten lassen, gut in die Theorieschule...

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