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Karl Leimer und Walter Gieseking als Klavierpädagogen

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Ricarda Braumandl

In dieser Arbeit gilt es, mittels Textanalyse die Methode Leimer-Gieseking zu beschreiben. Dies ist nicht losgelöst zu betrachten vom Leben und Wirken Karl Leimers und Walter Giesekings als Klavierpädagogen. Ein Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Methode Leimer-Gieseking heute noch aktuelle Aspekte in sich birgt wie Natürlicher Vortrag, Reflexion oder Relaxation. Eine Diskussion der Leimer’schen und Gieseking’schen Fingersatzgestaltung führt zu neuen Dimensionen im Rahmen der psycho-physiologischen Klavierspieltechnik, die Ende des 19. Jahrhunderts bei Friedrich Adolf Steinhausen ihren Ausgang genommen hat.

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II. Einleitung 17

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II. Einleitung Karl Leimer ist bis heute als Lehrer des weltberühmten Pianisten Walter Giese- king bekannt. Seine Hefte Modernes Klavierspiel nach Leimer-Gieseking (1931) und Rhythmik, Dynamik, Pedal und andere Probleme des Klavierspiels nach Leimer-Gieseking (1938) werden immer wieder neu herausgegeben, zuletzt 1998 beim Schott-Verlag International in Mainz. Künstlerische Höchstleistungen beruhen oftmals auf dem Unterricht zugrun- de liegenden instrumentalpädagogischen Konzeptionen. Es stellt sich die Frage, nach welchen Leimer'schen Kriterien Gieseking ausgebildet wurde und inwie- fern er diese weiterentwickelt hat. Erste Ansätze hierzu stammen von Karl Ro- lan, Methodiklehrer am Städtischen Konservatorium in Hannover. 1929 hielt er dort den Vortrag Das moderne Klavierspiel nach K Leimer. Ansichten und Me- thoden früherer und jetziger Klavierpädagogen. Er ist als Aufsatz im Nieder- sächsischen Hauptstaatsarchiv Hannover überliefert. Zentraler Forschungsge- genstand vorliegender Arbeit ist die Methode Leimer-Gieseking2. Sie beruht auf den Erfahrungen, die Leimer sammelte, als er von 1911 bis 1916 dem talentier- ten Gieseking Unterricht erteilte. Dessen eidetisches Gedächtnis und intuitive Auffassungsgabe ließen Gieseking zum hervorragendste[n] Vertreter der Lei- mer-Schule3 werden. Mittels Textanalyse konnten neun Leimer'sche Lernfelder eruiert werden, nämlich Natürlicher Vortrag, Kritisches Selbstzuhören, Reflexi- on, Relaxation, Spieltechnik, Fingersatzgestaltung, Pedaltechnik, Üben und Er- arbeitung musikalischer Kunstwerke. Anhand dieser Theoreme stellt sich die Frage, inwiefern die Methode Leimer-Gieseking als klavierpädagogische Schule gelten kann. Auf Leimer trifft die Bezeichnung 'Klavierpädagoge' gewiss zu. In vorlie- gender Studie wird auch Gieseking als solcher verstanden, und zwar nicht nur wegen seiner Meisterkurse, sondern...

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