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Karl Leimer und Walter Gieseking als Klavierpädagogen

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Ricarda Braumandl

In dieser Arbeit gilt es, mittels Textanalyse die Methode Leimer-Gieseking zu beschreiben. Dies ist nicht losgelöst zu betrachten vom Leben und Wirken Karl Leimers und Walter Giesekings als Klavierpädagogen. Ein Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Methode Leimer-Gieseking heute noch aktuelle Aspekte in sich birgt wie Natürlicher Vortrag, Reflexion oder Relaxation. Eine Diskussion der Leimer’schen und Gieseking’schen Fingersatzgestaltung führt zu neuen Dimensionen im Rahmen der psycho-physiologischen Klavierspieltechnik, die Ende des 19. Jahrhunderts bei Friedrich Adolf Steinhausen ihren Ausgang genommen hat.

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VII. Zur Frage der Schulbildung 135

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VII. Zur Frage der Schulbildung A. Die Methode Leimer-Gieseking als eigenständige klavierpädagogische Schule In Kollegenkreisen — allen voran Annemarie Neumann-Klingenberg809 — heißt es über die Methode Leimer-Gieseking, dass Leimers Unterrichtsprinzip eine wohl kaum wiederholbare[...] Methode81° sei. Aus der Sicht der Zeitgenossen ist die Methode Leimer-Gieseking somit nicht als eine klavierpädagogische Schule zu deklarieren. Betrachtet man ferner Leimers Hefte von 1931 und 1938, sind auch diese nicht als solche zu bezeichnen. Zwar wird in ihnen der Unterricht, den Leimer Gieseking erteilte, beschrieben. Aber die Inhalte sind fragmentartig an- gedeutet und nicht systematisch aufbereitet. Bereits zur Ausführung des ersten Übungsbeispiels in der 1931 erschienenen Schrift ist Fingeregalität vonnöten.811 Was hierunter zu verstehen ist, wird jedoch erst in dem sieben Jahre später he- rausgegebenen Büchlein Rhythmik, Dynamik, Pedal erklärt.812 Auch ist die prak- tische Umsetzbarkeit der Inhalte in Frage zu stellen. Für Kinder ist Leimers Re- flexion ungeeignet, denn es ist nicht vorauszusetzen, dass ihre Bewegungen aus- reichend geistig einstudiert sind. Kinder sind somit nicht ohne weiteres in der Lage, den Notentext auswendig zu lernen und gleichzeitig die Anschlagsarten auszuwählen. Ein Schriftstück Giesekings aus dem Jahre 1955 wäre ein Hinweis dafür, die Methode Leimer-Gieseking als eine klavierpädagogische Schule zu sehen. Hier- in sagt Gieseking aus, dass er seine Meisterschüler nicht direkt nach der Metho- de Leimer-Gieseking unterrichtet habe, das Prinzip dieser Unterrichtsart [aber] wohl gewahrt [sei]813 . Auch in seinem Vorwort zu Modernes Klavierspiel ist von Leimers (bzw....

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