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Die Rota Romana

Wesen und Wirken des päpstlichen Gerichtshofes im Wandel der Zeit

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Stefan Killermann

Die Rota Romana ist eine der ältesten bestehenden Institutionen des Abendlandes. Als Ausdruck des päpstlichen Primates in Gerichtssachen nahm sie im Laufe des Spätmittelalters Gestalt an. Ihre konkrete Aufgabenstellung hat sich seitdem mehrfach gewandelt. Papst Pius X. verdankt sie ihre noch heute maßgebende Neuausrichtung.
Die Studie versteht sich als rechtshistorische Gesamtdarstellung. Sie will aufzeigen, welche Funktionen die Rota jeweils zeitbedingt wahrnahm und welche Bedeutung ihr auch weiter in der Kirche zukommt. Gesetzliche Bestimmungen, partikularrechtliche Sonderregelungen und die praktische Umsetzung des Auftrags werden dazu eingehend untersucht. Ausführlich wird auf die gegenwärtig geltenden Bestimmungen eingegangen. Viele ausgewertete Quellen sind bisher unveröffentlicht.

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Einleitung

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JESUS CHRISTUS, der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten', ist nicht in die Welt gekommen, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird2. Sein Auftrag an die Kirche ist es, die Men- schen aus der Verstrickung durch das Böse herauszuführen auf den Weg des Heiles und der Erlösung. Er hat die Apostel daher unter dem Vorsitz des heili- gen Petrus zu Verwaltern der Geheimnisse Gottes gemacht3 und sie dazu be- stimmt, den Seinen als Lehrer, Hirten und Priester zu dienen. Da die Gemeinschaft der Gläubigen aber aus sündigen Menschen besteht, die um des Friedens und der Eintracht willen nicht auf Recht und Gesetz ver- zichten können'', übten die Apostel auf Grund des ihnen übertragenen Hirtenam- tes von Anfang an auch richterliche Gewalt über die Gläubigen aus. So mahnt der heilige Paulus die Getauften von Korinth, ihre Rechtsstreitigkeiten nicht vor ungläubige Richter zu bringen, sondern vor die christliche Gemeinde selbst5. Durch alle Jahrhunderte der Kirchengeschichte hindurch waren es dann die 1 Vgl. Apg 10, 42. 2 Vgl. Joh 3, 17. 3 Vgl. 1 Kor 4, 1. 4 Vgl. GREGOR IX., Papst, Ap. Konst. Rex pacificus, 1234, Sep 5: E. FRIEDBERG (Hg.), Corpus iuris canonici. Editio Lipsiensis secunda, II, Leipzig 21881 = Graz 1955, 2-3, 2: „Rex pacificus pia miseratione disposuit sibi subditos fore pudicos, pacificos et honestos. Sed ef- frenata cupiditas, sui prodiga, pacis aemula, mater litium, materia iurgiorum, tot quotidie nova litigia generat, ut, nisi...

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