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Die Rota Romana

Wesen und Wirken des päpstlichen Gerichtshofes im Wandel der Zeit

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Stefan Killermann

Die Rota Romana ist eine der ältesten bestehenden Institutionen des Abendlandes. Als Ausdruck des päpstlichen Primates in Gerichtssachen nahm sie im Laufe des Spätmittelalters Gestalt an. Ihre konkrete Aufgabenstellung hat sich seitdem mehrfach gewandelt. Papst Pius X. verdankt sie ihre noch heute maßgebende Neuausrichtung.
Die Studie versteht sich als rechtshistorische Gesamtdarstellung. Sie will aufzeigen, welche Funktionen die Rota jeweils zeitbedingt wahrnahm und welche Bedeutung ihr auch weiter in der Kirche zukommt. Gesetzliche Bestimmungen, partikularrechtliche Sonderregelungen und die praktische Umsetzung des Auftrags werden dazu eingehend untersucht. Ausführlich wird auf die gegenwärtig geltenden Bestimmungen eingegangen. Viele ausgewertete Quellen sind bisher unveröffentlicht.

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Viertes Kapitel: Die Unterbrechung. Die erloschene Gerichtstätigkeit und der Ruf nach einer Neubelebung der Rota (1870 bis 1908)

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Viertes Kapitel Die Unterbrechung Die erloschene Gerichtstätigkeit und der Ruf nach einer Neubelebung der Rota (1870 bis 1908) Fast vierzig Jahre sollte es der Rota verwehrt bleiben, ihre Funktion als Ge- richtshof des Papstes auszuüben und die Arbeit fortzuführen, die sie im Lauf der Jahrhunderte berühmt gemacht hatte. Alle Maßnahmen, die die Päpste dieser letzten Epoche in der Geschichte der alten Rota zu Gunsten ihres Tribunals er- griffen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der einst bekannteste und einflussreichste Gerichtshof des Erdkreises für Kirche und Welt bedeutungslos geworden war. Zu sehr hatte sich die Kompetenz der Rota in einen Bereich ver- lagert, der der päpstlichen Gewalt durch fremde Mächte entzogen werden konn- te. Zu sehr war auch das Papsttum in seinem damaligen Selbstverständnis er- schüttert, um umgehend tiefgreifende Reformen vornehmen zu können. Die Hoffnung auf Wiederherstellung der alten Zustände verhinderte ein solches Vorhaben zunächst. Erst nach der Jahrhundertwende gelang es, sich langsam von derartigen Vorstellungen zu lösen und in der geistlichen Macht der Kirche wieder die allein ausreichende Begründung jeder päpstlichen Amtsausübung zu erkennen. 1. Der Fortbestand der Rota nach der Einstellung der Gerichtstätigkeit Die Rota als päpstliches Tribunal mit jahrhundertealter Tradition aufzuhe- ben, konnte nicht in der Macht des Königs von Italien liegen. So sehr die Re- gierung, durch die die Stadt Rom besetzt worden war, den Gerichtsbetrieb zu 154 Die Unterbrechung 4. Kapitel verhindern vermocht...

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