Show Less

Die Rota Romana

Wesen und Wirken des päpstlichen Gerichtshofes im Wandel der Zeit

Series:

Stefan Killermann

Die Rota Romana ist eine der ältesten bestehenden Institutionen des Abendlandes. Als Ausdruck des päpstlichen Primates in Gerichtssachen nahm sie im Laufe des Spätmittelalters Gestalt an. Ihre konkrete Aufgabenstellung hat sich seitdem mehrfach gewandelt. Papst Pius X. verdankt sie ihre noch heute maßgebende Neuausrichtung.
Die Studie versteht sich als rechtshistorische Gesamtdarstellung. Sie will aufzeigen, welche Funktionen die Rota jeweils zeitbedingt wahrnahm und welche Bedeutung ihr auch weiter in der Kirche zukommt. Gesetzliche Bestimmungen, partikularrechtliche Sonderregelungen und die praktische Umsetzung des Auftrags werden dazu eingehend untersucht. Ausführlich wird auf die gegenwärtig geltenden Bestimmungen eingegangen. Viele ausgewertete Quellen sind bisher unveröffentlicht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Sechstes Kapitel: Die Bestätigung. Die Verankerung der Rota im neu gefassten Recht der Kirche und die Präzisierung des Auftrages (1917 bis 1962)

Extract

Sechstes Kapitel Die Bestätigung Die Verankerung der Rota im neu gefassten Recht der Kirche und die Präzisierung des Auftrages (1917 bis 1962) Wenngleich die Rota seit dem Mittelalter auf gesetzlichen Grundlagen er- richtet war, die universalkirchliche Gültigkeit besaßen, so war ihre Aufgabe doch immer nur durch Rechtsnormen definiert worden, die entweder das Gericht selbst zum Gegenstand hatten oder aber im Zusammenhang mit einer Neugliede- rung der Römischen Kurie erlassen worden waren. Allgemein verbindliche Normen zur Regelung des Verhältnisses zwischen unter- und übergeordneten Instanzen fehlten daher ebenso wie ein einheitlich aufgebautes und durchdachtes Rechtssystem, in das sich die einzelnen Teilbereiche sichtbar als Glieder eines Ganzen einfügten. Je enger aber die Rota mit dem Organisationsgefüge der Gesamtkirche ver- flochten war und je mehr sie auf Rechtsgrundlagen beruhte, die über die Kurie hinausreichten, desto präziser war die Funktion des Tribunals allen unter- und nebengeordneten Instanzen gegenüber abzugrenzen. Privilegien anderer Gerich- te konnten nun nur noch als klar festgelegte Ausnahmeregelungen bestehen. Auf dieser Grundlage konnte die Rota auch selbst entscheidend zur Präzisierung ih- res Aufgabenbereichs in der Kirche beitragen. 1. Die Rota und ihre kuriale Stellung im kodifizierten Recht Wie sehr der päpstliche Gerichtshof nicht nur ein bewährtes Element des päpstlichen Behördenwesens, sondern auch der Gesamtkirche war, musste so- wohl durch die feste Verankerung dieser Institution im kodifizierten Universal- 222 Die Bestätigung 6. Kapitel recht der lateinischen Kirche wie auch durch eine entsprechende Einbindung in das prozessrechtliche Normengef...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.