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Helfen Praxistage bei der Berufswahl?

Lothar Beinke

Praxistage sollen Hauptschülern helfen, ihre Berufsorientierung zu verbessern. Diese Reduktion schulischen Lernens gegen die Konfrontation mit der Praxis bringt für die Schüler keinen Gewinn für ihre Berufsentscheidung. Bis zu 80 Tage dieser Praxis heißt Werkeln, bringt aber keinen Erkenntnisgewinn. Die Vereinzelung der Kontakte durch die Verteilung auf zumeist einen Tag je Woche verstellt Zusammenhänge, Schulen suchen verzweifelt Kontakte zu Betrieben. Ähnliche Versuche sozialistischer Pädagogik in der DDR sind gescheitert. Etwas über Berufe lernen zu wollen aus vielen Praxistagen ist naiv, das zeigen die Schülerantworten über Praxiserlebnisse und Lehrer in Interviews.

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Praxistage und Berufswahl 11

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Praxistage und Berufswahl Eine Bewertung der Schülerbetriebspraktika, wie sie die BIBB-Studie „Beruf fängt in der Schule an" ...1 vorgelegt hat, sollte im Niedersächsischen Kultusministerium bekannt sein. Sie sollte — zusätzlich zu den von uns gefunde- nen Ergebnissen — zu einer Überarbeitung des Projektes „Betriebs- oder Praxis- tage" führen.2 Berufsorientierung ist von der Schule dann mißverstanden, wenn ein Berufs- wahlunterricht 1. so konzipiert ist, dass er allgemein über die Berufsangebote, Berufsstruk- tur in der Wirtschaft, Chancen von Realisierung der Berufswünsche, An- forderungen und Anforderungsprofilen informiert und die Ergebnisse ei- nes solchen Unterrichts durch Leistungstest abgefragt und bewertet. 2. sie wäre aber auch mißverstanden, wenn sie sich dazu verstünde, eine Sammlung von Eindrücken an zufälligen Praxiskontakten den Schülern und Schülerinnen zu verschaffen. Der erste Ansatz ließe gerade das vermissen, was für eine erfolgreiche Berufs- orientierung grundlegend ist: — Sie muß konkret sein und sich auf die Schülerberufswünsche konzentrieren. — Sie muß individuell sein und den jeweils einzelnen Schüler als Adressa- ten verstehen. Der zweite Ansatz berücksichtigt zwar deutlich die Individualität der Schüler und deren Bedürfnisse, wäre aber nicht in der Lage, die angebotenen oder zufäl- 1 Berzog, Thomas, in: BIBB, prax S, 4/2003 2 Die Entwicklung des Modells „Betriebs- oder Praxistage vom niedersächsischen Kultusmi- nisterium folgt anscheinend noch immer dem schon beim Erscheinen unzureichend begrün- deten Vorschlag zur Begründung von Betriebspraktika in dem behauptet wurde, dass durch Zusehen...

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