Show Less

Helfen Praxistage bei der Berufswahl?

Lothar Beinke

Praxistage sollen Hauptschülern helfen, ihre Berufsorientierung zu verbessern. Diese Reduktion schulischen Lernens gegen die Konfrontation mit der Praxis bringt für die Schüler keinen Gewinn für ihre Berufsentscheidung. Bis zu 80 Tage dieser Praxis heißt Werkeln, bringt aber keinen Erkenntnisgewinn. Die Vereinzelung der Kontakte durch die Verteilung auf zumeist einen Tag je Woche verstellt Zusammenhänge, Schulen suchen verzweifelt Kontakte zu Betrieben. Ähnliche Versuche sozialistischer Pädagogik in der DDR sind gescheitert. Etwas über Berufe lernen zu wollen aus vielen Praxistagen ist naiv, das zeigen die Schülerantworten über Praxiserlebnisse und Lehrer in Interviews.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Lernen und Praxis als Wege zum Beruf — Ein Ziel des Faches Arbeitslehre 59

Extract

Lernen und Praxis — als Wege zum Beruf Ein Ziel des Faches Arbeitslehre Die Problematik des Lernens in der und durch die Arbeit, mit der Zielsetzung, Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen und zur Berufsorientierung Informa- tionen aus eigener Tätigkeit zu finden, wurde bereits früh im Stadium der Ein- führung der Arbeitslehre als Berufsvorbereitung erkannt. Was läßt sich für die Schüler an Kenntnissen und Erfahrungen gewinnen, wenn sie mit — meistens bisher unbekannten - betriebsspezifischen Erscheinungsformen konfrontiert werden? Ein Rückblick auf diese Diskussionen vermag zu erhellen, ob die Vor- stellungen über massive Praxiseinbindung und —ergänzungen fundierte Lernpro- zesse zur Berufsorientierung zu initiieren, als solide, verantwortungsbewußt und curricular fundiert bewertet werden dürfen. Das überlieferte Bildungsverständnis, das versucht, die tradierten Denk- und Verhaltensregeln weiterhin zu pflegen, die aus der Idee des Lebensberufes und der lebenslangen Berufstreue entwickelt wurden, sind angesichts der veränder- ten Berufs- und Arbeitsbedingungen in eine Krise geraten. Aber auch der fehlende Bezug zur Arbeitswirklichkeit wird inzwischen als bela- stend empfunden, denn es müßten jetzt zur Zielsetzung von Inhalten einer Er- ziehung und Ausbildung unter den Bedingungen der mobilen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts neue Bezüge gefunden werden, weil der überkommenen Be- rufsauffassung besonders das Element der Mobilität fehlt. Die lebenslange Aus- übung eines einmal erlernten Berufes ist kein allgemein gültiges Kriterium mehr. In den Bezügen zur Realität — teilweise auch immer noch in den Betriebsprak- tika — herrscht ein Erziehungsdenken, das der Vorstellungswelt der vorindus- triellen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.