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«Subjects of Aspiration»

Untersuchung von diskursiven Prozessen neoliberaler Regierung in einer postfeministischen Frauenzeitschrift

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Kati Kauppinen

Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Phänomene unserer Zeit. In Anlehnung an Michel Foucault betrachtet die Studie ihn als eine Rationalität der Menschenführung bzw. der Regierung, die ultimativ auf die Ökonomisierung des Sozialen zielt. Diesen Ansatz kombiniert die Studie mit linguistisch orientierter Diskursforschung, um diskursive Prozesse neoliberaler Regierung im Kontext der gegenwärtigen postfeministischen Medienkultur am Beispiel der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser facettenreichen Analyse deuten auf eine weitaus wichtigere politische Bedeutung des Mediums Frauenzeitschrift hin, als ihm die bisherige, weitgehend auf geschlechts- und konsumideologische Aspekte fokussierte Forschung beigemessen hat.

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1 Einleitung

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1.1 Hintergrund und Ziele der Arbeit Das Leitbild der Zukunft ist das Individuum als Unternehmer seiner Arbeitskraft und Daseinsvorsorge. Diese Einsicht muß geweckt, Eigeninitiative und Selbstverantwort- ung, also das Unternehmerische in der Gesellschaft, müssen stärker entfaltet werden. [--] Politik, Wissenschaft und Medien sind hierbei besonders gefordert. (Kommission für Zukunftsfragen Bayern – Sachsen im Jahr 1997) Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspoliti- schen Phänomene unserer Zeit. Der Auffassung Michel Foucaults folgend be- trachtet die vorliegende Arbeit Neoliberalismus als eine politische Rationalität und ferner als eine Rationalität der Menschenführung, die den Weg zum gesell- schaftlichen Wohlergehen in einer Ökonomisierung des Sozialen sieht und für diesen Zweck auf Abbau staatlicher Leistungs- und Sicherungssysteme einer- seits, auf Förderung der Bereitschaft und der Fähigkeit zum unternehmerischen Handeln der Individuen andererseits zielt (Foucault 2006a; Bröckling et al. 2000; Rose 1996b, 150–168). In diesem Zusammenhang bezeichnet unterneh- merisches Handeln ein Bündel von Orientierungen und Einstellungen: Tatkraft, Initiative, den Drang voranzukommen, rationelles Kalkül, die Fähigkeit auto- nom zu handeln, die Bereitschaft, Verantwortung für sich zu tragen (z. B. Rose 1996b, 150–168). Aus dieser Perspektive betrachtet ist Neoliberalismus also nicht nur durch das Bestreben gekennzeichnet, makrogesellschaftliche Prozesse, wie den internationalen Handel oder wohlfahrtsstaatliche Leistungssysteme ge- mäß der Logik des freien Marktes umzuorganisieren, sondern vor allem auch durch Anstrengungen, das Verhalten der Menschen und die Gestaltung ihrer Be- ziehungen zu sich selbst und zueinander auf dem Mikroniveau der alltäglichen Lebensführung gem...

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