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«Subjects of Aspiration»

Untersuchung von diskursiven Prozessen neoliberaler Regierung in einer postfeministischen Frauenzeitschrift

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Kati Kauppinen

Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Phänomene unserer Zeit. In Anlehnung an Michel Foucault betrachtet die Studie ihn als eine Rationalität der Menschenführung bzw. der Regierung, die ultimativ auf die Ökonomisierung des Sozialen zielt. Diesen Ansatz kombiniert die Studie mit linguistisch orientierter Diskursforschung, um diskursive Prozesse neoliberaler Regierung im Kontext der gegenwärtigen postfeministischen Medienkultur am Beispiel der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser facettenreichen Analyse deuten auf eine weitaus wichtigere politische Bedeutung des Mediums Frauenzeitschrift hin, als ihm die bisherige, weitgehend auf geschlechts- und konsumideologische Aspekte fokussierte Forschung beigemessen hat.

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7 Diskurs des postfeministischen Selbstmanagements 149

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149 7 Diskurs des postfeministischen Selbstmanagements Wie bereits im vorigen Kapitel beschrieben, konstruiert der Diskurs des postfe- ministischen Selbstmanagements unterschiedliche Lebensbereiche als Domänen, in denen Frauen mittels Expertenstrategien und -tipps eigenständig und ‚souve- rän‘ unterschiedliche mit ihrem eigenen Erfolg, Glück und Wohlbefinden ver- knüpfte Ziele erreichen können. In der hier untersuchten Textauswahl herrscht dieser Diskurs in allen ausgewählten Artikeln und suggeriert dadurch eine ziel- orientierte Haltung dem eigenen Leben gegenüber, und zwar in all den vier Be- reichen Beruf, Geld, Sex und Beauty. Spezifischer ist die zielorientierte Haltung durch zweierlei Orientierungen gekennzeichnet: Zum einen lenkt der Diskurs die Leserin tendenziell dahin, ei- nerseits nach Erfolg, andererseits nach Glück, Wohlbefinden und Begeisterung bzw. nach der Aufrechterhaltung dieser Zustände zu streben. Zum anderen sug- geriert er einerseits eine (kontinuierliche) Orientierung des Vorankommens in Richtung irgendwo in der Zukunft schimmernder Ziele. Diese Ziele, die so leicht zu erreichen scheinen, sind jedoch kaum je zu erreichen, nicht zuletzt, weil sie stets durch das kompromisslos Maximale, den „maximalen Erfolg“, oder durch potenziell endlose Steigerung mit „noch mehr Spaß im Bett“ ge- kennzeichnet sind. Andererseits lenkt er die Leserin dahin, das Maximale im Verlauf der Zeit oder „in jeder Lebenslage“ aufrechtzuerhalten. Während das Erstere kontinuierliche Arbeit gegen die degenerierende Wirkung der Zeit be- deutet, verlangt das Letztere eine chamäleonartige Anpassung an die veränderli- chen Lebensumstände. Während der Diskurs durch die Zielsetzungen eine Kluft zwischen dem aktu- ellen und dem künftigen...

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