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«Subjects of Aspiration»

Untersuchung von diskursiven Prozessen neoliberaler Regierung in einer postfeministischen Frauenzeitschrift

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Kati Kauppinen

Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Phänomene unserer Zeit. In Anlehnung an Michel Foucault betrachtet die Studie ihn als eine Rationalität der Menschenführung bzw. der Regierung, die ultimativ auf die Ökonomisierung des Sozialen zielt. Diesen Ansatz kombiniert die Studie mit linguistisch orientierter Diskursforschung, um diskursive Prozesse neoliberaler Regierung im Kontext der gegenwärtigen postfeministischen Medienkultur am Beispiel der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser facettenreichen Analyse deuten auf eine weitaus wichtigere politische Bedeutung des Mediums Frauenzeitschrift hin, als ihm die bisherige, weitgehend auf geschlechts- und konsumideologische Aspekte fokussierte Forschung beigemessen hat.

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8 Diskurs der persönlichen Kosten und Nutzen 193

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193 8 Diskurs der persönlichen Kosten und Nutzen Wie in Kapitel 6.5 beschrieben wurde, bezeichnet der Diskurs der persönlichen Kosten und Nutzen das menschliche Tun und Sein aus der Perspektive der Kos- ten und/oder Nutzen (bzw. Vor- und Nachteile), die verschiedene Alternativen den Handelnden selbst bringen. In dem hier untersuchten Textmaterial weist der Diskurs in seiner Funktion zwei hauptsächliche Richtungen auf: Einerseits dient er dazu, die Leserin auf die aus bestimmten Handlungsalternativen (angeblich) resultierenden nachteiligen Konsequenzen hinzuweisen, andererseits dazu, sie auf die aus bestimmten anderen Handlungen (angeblich) resultierenden vorteil- haften Konsequenzen bzw. den Gewinn, der dadurch möglich ist, aufmerksam zu machen. In Bezug auf den im vorigen Kapitel untersuchten Diskurs des post- feministischen Selbstmanagements zeigt sich die Lenkung des Selbst gemäß den Hinweisen auf Risiken bzw. Gewinnchancen als eine weitere (erforderliche) Maßnahme zur gelungenen Förderung des Projekts Selbst, neben den vorge- schlagenen Strategien. Obwohl der Diskurs der persönlichen Kosten und Nutzen hier offensichtlich auch zur tatsächlichen Verhaltenslenkung dienen soll, scheint seine Aufgabe außerdem darin zu bestehen, einerseits eine bedachtsame Haltung dem eigenen Verhalten gegenüber, d. h. eine gewisse Risikosensibilität hervor- zurufen, andererseits die Orientierung nach persönlichen Vorteilen als eine all- gemeine Haltung zu etablieren und die Aufmerksamkeit in Bezug auf ‚Gewinn- chancen‘ zu erwecken. Aus dem Blickwinkel des Diskurses der persönlichen Kosten und Nutzen zeigen sich die von dem Diskurs des postfeministischen Selbstmanagements suggerierten, stets mit eigenem Erfolg, Glück u. ä. verbundenen Ziele ebenso als persönliche...

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