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Al-Ğuwaynīs Position im Disput zwischen Traditionalisten und Rationalisten

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Amir Dziri

Der muslimische Scholastiker Al-Ğuwaynī (gest.1089) lebte und wirkte in der als «formative Phase des Islam» (8.-12. Jahrhundert) bekannten Zeit. Diese wurde geprägt durch eine enorme theologische Dynamik, die zur Herausbildung diverser Denkschulen führte. Diese Arbeit zeichnet diese Entwicklung anhand der Ansätze Al-Ğuwaynīs nach und setzt diese in Bezug zu den Positionen der traditionalistischen und rationalistischen Strömungen. Weiter führt sie in die Grundfragen früh-islamischer Theologie ein, behandelt methodische Aspekte zur Hermeneutik der Offenbarung und vermittelt einen Eindruck islamischer Argumentation und Dialektik.

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I) FRAGESTELLUNG UND ZIEL 9

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9 I) Fragestellung und Ziel 1.) Einleitung Im Mittelpunkt dieser Abhandlung steht der muslimische Gelehrte Abū ´l- Maʿālī ʿAbdilmālik al-Ǧuwaynī, welcher in einer Epoche lebte und wirkte, die innerhalb der islamischen Historiographie gemeinhin als „formative Phase“ ge- kennzeichnet wird. Al-Ǧuwaynī gehörte zu der Gruppe der mutakallimūn, der spekulativen Theologen, welche anhand dialektischer Rhetorik darauf bedacht waren, das islamische Credo apologetisch gegen die Vielzahl an ideologisch und konfessionell vorhandener Konkurrenz abzugrenzen und zu verteidigen. Al- Ǧuwaynī war unbestritten eine der schillerndsten Figuren jener Epoche. Thema- tisch liegt der Schwerpunkt der vorliegenden Betrachtung auf der Untersuchung der Beschaffenheit theologischer Grundfragen, so wie sie bei al-Ǧuwaynī be- handelt werden. Dabei wird deutlich, wie die Formulierung eben jener theologi- schen Grundfragen sich von der praktischen Ebene des religiösen Alltagge- brauchs auf eine immer elementarere Ebene der Reflexion zubewegt. So ist eben eine mögliche Lösung jener theologischen Grundfragen nicht ohne eine vorheri- ge Klärung des Grundverhältnisses zwischen Offenbarung und Intellekt zu er- bringen. Der Versuch einer Klärung eben jenes Grundverhältnisses zwischen Offenbarung und Intellekt ist wiederum nicht ohne eine Betrachtung der Erkenn- tnismöglichkeit des Menschen an sich zu ermitteln, wobei die Behandlung des letzteren den Bereich der Sprachphilosophie betritt. Dieser Umstand war auch den religiösen Scholastikern im Allgemeinen und al-Ǧuwaynī im Speziellen bewusst und demnach lassen sich in seinen Werken sowohl eine systematische Behandlung dieser Thematiken, als auch sporadische Ansätze wiederfinden. Derweil besteht das Anliegen dieser Arbeit...

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