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Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose

Ausgewählte Brief- und Tagebuchauszüge

Edited By Heinrich Kanz

Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose in München war bisher namentlich nur unter den noch lebenden Zeitzeugen im Verständnis der oral history bekannt. Für die historische, politisch-aktuelle und mitmenschliche Aufarbeitung durch heutige Generationen ist es bedeutsam, der Frage nachzugehen, ob die Mitglieder der Weißen Rose bei namentlich bekannten Mitstudentinnen und Mitstudenten Gesprächskontakte und geistige Freundschaft erlebten, die ihre Widerstandsaktivitäten mittrugen, beziehungsweise zumindest innerlich unterstützten. Deshalb ist es angebracht, innerhalb der heutigen Möglichkeiten zu versuchen, Persönlichkeiten aus der studentischen Umgebung namhaft zu machen, mit denen einzelne Mitglieder der Weißen Rose nachweislich geistige Kommunikation erlebten. Wie sich studentisches Vertrautsein und geistige Verbindung darstellen, wurde unter Verwendung heute vorhandener Originalbriefe und Tagebuchauszüge aus der Zeit 1939-1945 und aus Briefen der Rückerinnerung von Betroffenen 1990 bearbeitet.

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3 Inhalt 23

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23 3 Inhalt 3.1 Mitglieder des Freundeskreises (nähere Bekannte, Freunde, Freundinnen, Professoren, Literaten) 3.1.1 Vorbemerkungen Versucht man eine Personensystematisierung der „Freundeskreise“ und der nä- heren Bekannten mit ihrer zugehörigen Geisteswelt, so lässt sich folgende Eintei- lung aufgrund der zeitgenössischen Quellenlage und heutiger Rückerinnerungen vorschlagen: Mitstudentinnen, Mitstudenten, Bachchor und geistige Anreger aus früheren Generationen (Mentoren, Professoren, Literaten u. a.). In der Teildoku- mentierung kultureller Aktivitäten (siehe Kapitel 3.4: Ausgangslage (Kultur) in München 1939, Ausstellungen, Kirchenmusik, Konzerte, Theater, religiöse Ver- anstaltungen und Singen) ist eine idealtypische Trennung der Weißen Rose und ihres Freundeskreises nicht sinnvoll. 3.1.2 Mitstudentinnen, Mitstudenten 3.1.2.1 Vorbemerkungen Wer vertraute Mitstudentin oder vertrauter Mitstudent von den hingerichteten Mitgliedern der Weißen Rose war, wer zu ihren näheren Bekannten zählte und in geistigem Kontakt zu ihnen stand, ist weder je zusammenfassend angefragt worden noch gibt es eine unwiderlegbare Methode ihrer Erfassung. Hier wer- den aus einschlägigen Briefsammlungen, Tagebüchern und Einzelbriefen/-karten entsprechende Bemerkungen über Studierende zusammengetragen, die, soweit möglich, den infrage stehenden Personenkreis anvisieren. Dazu sind Beiträge aus der Oral History mit Angabe der Quelle herangezogen, in Anwendung auch der kritischen Bemerkungen zu dem Gehalt von Erinnerungen von Zeitzeugen in geschichtswissenschaftlicher Hinsicht (Zankel). Die infrage kommenden Mit- studenten/-innen, soweit sie bis jetzt namentlich – vorwiegend aufgrund eigener Dokumentationen – feststellbar sind, befassten sich mit Medizin, Philosophie, Sprachen und Musik: Furtwängler, Gieles, Grundel, Hammerstein, Jaeger, Kast- 24 ner (Krings, Leist), Renner und Wittenstein. Ob man in Aussetzung...

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