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Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose

Ausgewählte Brief- und Tagebuchauszüge

Edited By Heinrich Kanz

Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose in München war bisher namentlich nur unter den noch lebenden Zeitzeugen im Verständnis der oral history bekannt. Für die historische, politisch-aktuelle und mitmenschliche Aufarbeitung durch heutige Generationen ist es bedeutsam, der Frage nachzugehen, ob die Mitglieder der Weißen Rose bei namentlich bekannten Mitstudentinnen und Mitstudenten Gesprächskontakte und geistige Freundschaft erlebten, die ihre Widerstandsaktivitäten mittrugen, beziehungsweise zumindest innerlich unterstützten. Deshalb ist es angebracht, innerhalb der heutigen Möglichkeiten zu versuchen, Persönlichkeiten aus der studentischen Umgebung namhaft zu machen, mit denen einzelne Mitglieder der Weißen Rose nachweislich geistige Kommunikation erlebten. Wie sich studentisches Vertrautsein und geistige Verbindung darstellen, wurde unter Verwendung heute vorhandener Originalbriefe und Tagebuchauszüge aus der Zeit 1939-1945 und aus Briefen der Rückerinnerung von Betroffenen 1990 bearbeitet.

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4 Zusammenfassung mit Ausblick 281

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281 4 Zusammenfassung mit Ausblick 4.1 Einführung Unsere Studie über den studentischen Freundeskreis der weißen Rose in Mün- chen gehört in die Erinnerungsliteratur, die den Generationen im 3. Jahrtausend helfen soll, sich ein Bild von den Widerstandsaktivitäten in der Hitler-Zeit aus der Sicht von Betroffenen im näheren und weiteren Sinn zu machen. Sie ist demnach keine wissenschaftliche Untersuchung unter den vorgeschriebenen Bedingungen für Promotionen und Habilitationen aus den zuständigen Fachgebieten, wenn sie sich auch erstmalig dieses Themas annimmt. Sie hat stellenweise zusätzlich einen vorläufigen Gutachtencharakter. Ihre Hauptintention liegt jedoch unter bewuss- ter Verwendung der Oral History darin, vertraute und befreundete Mitmenschen der Hingerichteten und Verurteilten namhaft zu machen, um daraus Impulse für den persönlichen Identitätsaufbau der nachgeborenen Generationen zu gewin- nen. Es geht der Arbeit nicht darum, eine fundamentaldemokratische Instrumen- talisierung im Verständnis politischer Beeinflussung ohne innere Anteilnahme anzuzielen, sondern dafür Verständnis zu wecken, dass die Haltung der Weißen Rose einer überzeugenden humanen Stellungnahme für Recht, Gerechtigkeit und allgemein das Gute im Menschen entsprang. Sie war zwar für den Augenblick erfolglos, hat aber trotzdem ihre Zeit überdauernde Bedeutung für die innere per- sönliche Begegnung der heutigen und späteren Generationen mit der Forderun- gen ihres Gewissens im Einsatz für das Gute im Kontakt von Mensch zu Mensch. Unsere Arbeit thematisierte anhand bis jetzt vorhandener zeitgenössischer Quellen – Münchener Studenten- und Studentinnenbriefe und Tagebuchauszüge 1939–1943, wenn...

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