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Die Transzendenz des Anderen

Mitsein als Kristallisationspunkt transzendentalphilosophischen Denkens in «Sein und Zeit»

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Patricia Daniela Kaul

Inwiefern kann Heidegger in Sein und Zeit seinem Anspruch gerecht werden, die Bewusstseinsphilosophie zu überwinden? ‘Dasein’ soll als Konzept den Begriff des Subjekts nicht ersetzen, sondern vielmehr die Subjekt-Objekt-Spaltung als solche unterlaufen. So bringt ‘In-der-Welt-sein’ paradigmatisch zum Ausdruck, dass ‘Dasein’ immer schon handelnd bei seiner Welt ist und alle epistemologische Reflexion demgegenüber sekundär. Trotzdem kann die Fundamentalontologie als eine Form von Transzendentalphilosophie gedeutet werden. Denn den Anderen als mir äußerlichen, nicht von mir konstituierten zu denken, ist von entscheidender Bedeutung für besagte Intention Heideggers. Dass es ihm nicht gelingt, diese Unabhängigkeit konzeptionell zu fassen, spiegelt sich in den immanenten Problemen der Mitseinsanalyse, die selbst als – explizit im Sinne Kants – transzendentalphilosophische deutbar sind.

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Inhaltsverzeichnis

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I. Einleitung 11 II. Methodische Vorüberlegungen: Zu Kants Begriff von Transzen- dentalphilosophie in der ‚Kritik der reinen Vernunft’ 17 1. Definitionen des Transzendentalen in der ‚Kritik der reinen Vernunft’ 17 a. Die Einleitungsdefinition 18 b. Die Systemdefinition 33 2. Konzeptualisierung zentraler Aspekte des Begriffs für eine transzendentale Interpretation der Mitseinsanalyse 37 3. Gibt es einen Begriff von ‚transzendental’ in ‚Sein und Zeit’? 43 III.‚Mitsein’ als Transzendentalphilosophie des Anderen 45 1. Die Mitseinsanalyse in ‚Sein und Zeit’ 45 a. Die Frage nach dem Sinn von Sein als Leitfrage von ‚Sein und Zeit’ 45 b. Die Originalität des Daseinsbegriffs gegenüber dem Subjektbegriff 49 c. In-der-Welt-sein als Transzendenz 54 d. Mitsein als spezifischer Ausdruck dieses Originalitätsanspruchs und seine Problematik 67 e. Das ‚Man’ als ein die Konstitutionsverhältnisse umkehrender ‚Anderer’? 88 2. ‚Mitsein’ als transzendentalphilosophisches Konzept 95 a. Der Zusammenhang von Transzendenz und Transzendentalem beim frühen Heidegger 96 b. Zur Parallelisierbarkeit von a priori / a posteriori und ontologisch / ontisch 102 c. Konstitution des Anderen als Hinweis auf transzendental- philosophische Konzipiertheit 106 d. ‚Mitsein’ als Bedingung der Möglichkeit des Anderen in ‚Sein und Zeit’ 114 IV. Schluss 119 V.Literaturverzeichnis 123 9 „Die abendländische Metaphysik war, außer bei Häreti- kern, Guckkastenmetaphysik. Das Subjekt – selber nur beschränktes Moment – ward von ihr für alle Ewigkeit in sein Selbst eingesperrt, zur Strafe seiner Vergottung. Wie durch die Scharten eines Turms blickt es auf einen schwarzen Himmel, an dem der Stern der Idee oder...

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