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Montenegrizität

Sprache und Kirche im Spiegel des Identitätsdiskurses in der Republik Montenegro 1990-2007

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Daniel Grabic

Die ethnische Komponente des zeitgenössischen montenegrinischen Nationsbildungsprozesses zielt auf eine Ausdifferenzierung montenegrinischen Identitätsbewusstseins im Sinne einer Abgrenzung zum Serbentum. Um diese Entwicklung verständlich zu machen, wird in dieser Arbeit eine Untersuchung der identitätspolitischen Prozesse innerhalb der montenegrinischen Gesellschaft seit 1990 vorgenommen. Der Schwerpunkt liegt auf der an dieser Ausdifferenzierung maßgeblich beteiligten montenegristischen Bewegung, dem wissenschaftlichen Flügel einer in der Forschung wenig beachteten montenegrinischen Nationalbewegung. Durch eine Medieninhaltsanalyse des sprach- und kirchenpolitischen Identitätsdiskurses dieser Akteursgruppe im politischen Magazin Monitor wird die Entstehung und Weiterentwicklung des Identitätsangebots der Montenegristen nachgezeichnet.

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4 Schluss 191

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4 Schluss Mit der Durchführung der quantitativen und qualitativen Analyse des montene- gristischen Identitätsdiskurses in der montenegrinischen Zeitschrift Monitor ist es gelungen, eine differenzierte Betrachtungsweise der Inhalte zeitgenössischer Montenegrizität im Sinne eines eigenständigen Identitätsbewusstseins und de- ren diskursive Weiterentwicklung im Zeitraum zwischen 1990 und 2007 zu er- schließen. Darüber hinaus lassen sich die Ergebnisse des qualitativen Untersu- chungsteils dahingehend interpretieren, dass sich die montenegristische Bewe- gung in den letzten 20 Jahren nicht über die Bildung einer montenegrinischen proto-Nationalbewegung heraus entwickelt hat. Gleichzeitig ist aber auch deut- lich geworden, dass den Vorarbeiten der Montenegristen ein messbarer Einfluss auf die Realpolitik zugestanden werden muss. Dies gilt allerdings nicht für das Verhältnis zwischen der MOK und dem monte- negrinischen Staat. Die Trennung von Staat und Kirche im §14 der montenegri- nischen Verfassung von 2007 ist als vorläufiger Schlusspunkt in dieser Frage zu betrachten, der den kirchenpolitischen Streit aus der Sphäre täglicher Realpoli- tik so weit wie möglich entfernt hat385. Angesichts der unklaren Rechtsverhält- nisse rücken die montenegrinischen Gerichte als seither für den Kirchenstreit zuständige oberste Instanz ebenso in das Fadenkreuz der kirchenpolitischen Ak- teure beider Seiten, wie die montenegrinische Polizei, die seit 2007 zunehmend in gewaltsame Ausschreitungen zwischen Anhängern der beiden Kirchen invol- viert ist386. Am 16.12.2008 bestätigte die MOK vor der versammelten Presse ihre neue Strategie, wonach es nicht mehr um die Rückgabe des Kircheneigen- tums gehe, sondern nurmehr darum, die...

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