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Montenegrizität

Sprache und Kirche im Spiegel des Identitätsdiskurses in der Republik Montenegro 1990-2007

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Daniel Grabic

Die ethnische Komponente des zeitgenössischen montenegrinischen Nationsbildungsprozesses zielt auf eine Ausdifferenzierung montenegrinischen Identitätsbewusstseins im Sinne einer Abgrenzung zum Serbentum. Um diese Entwicklung verständlich zu machen, wird in dieser Arbeit eine Untersuchung der identitätspolitischen Prozesse innerhalb der montenegrinischen Gesellschaft seit 1990 vorgenommen. Der Schwerpunkt liegt auf der an dieser Ausdifferenzierung maßgeblich beteiligten montenegristischen Bewegung, dem wissenschaftlichen Flügel einer in der Forschung wenig beachteten montenegrinischen Nationalbewegung. Durch eine Medieninhaltsanalyse des sprach- und kirchenpolitischen Identitätsdiskurses dieser Akteursgruppe im politischen Magazin Monitor wird die Entstehung und Weiterentwicklung des Identitätsangebots der Montenegristen nachgezeichnet.

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Anhang: Übersetzungen der Artikel der qualitativen Inhaltsanalyse 214

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Übersetzungen der Artikel der qualitativen Inhaltsanalyse Artikel zum Thema B3 (Rückgabe des Besitzes der MOK vor 1918) Monitor 12.01.1996/Kako vratiti oteto nasljed¯e (Wie das geraubte Erbe zu- rückzugewinnen ist) S. 73-75 Vom 12. Januar 1996. Es müssen im heftigen Streit miteinander Momir Bulatovic´ der Politiker und Momir Bulatovic´ der Gläubige sein, wenn sie über die Orthodoxe Kirche in Montenegro nachdenken und sprechen. Der Erste wird behaupten, dass der Mit- ropolit Amfilohije, „der Mann auf dem Throne Petri, den Puls seines Volkes nicht spürt, seine Bedürfnisse nicht kennt“, so dass er, „anstatt zu versöhnen, die Menschen zerstreitet und sich mit Problemen beschäftigt, die nicht seine Sache sind“. Und für den anderen ist – selbst in festlicher demokratischer Stim- mung – die autokephale Montenegrinische Orthodoxe Kirche „nicht existent“, und damit spricht er denjenigen, die ihr folgen wollen, das Glaubensrecht ab. Der Präsident von Montenegro hat sich – nach dem Minister für Glaubensfragen und dem Parlamentsvorsitzenden – als dritte Persönlichkeit aus der Spitze der DPS Regierung explizit im Namen des Staates bezüglich des Glaubens und der Gläubigen in Montenegro geäußert, und er hat dabei keinen Raum für Zwei- fel dahingehend gelassen, ob die aktuelle Regierung die Frage der religiösen Freiheiten tatsächlich ausreichend überdacht hat. Zugegeben, die Schuld daran, dass Präsident Bulatovic´ und Metropolit Radovic´ heute unterschiedlich über den Krieg und die nationalen Ziele denken, trägt der Untergang des großstaatlichen Projekts. Danach hatte die Kirche...

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