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Der islamistische Totalitarismus

Über Antisemitismus, Anti-Bahaismus, Christenverfolgung und geschlechtsspezifische Apartheid in der «Islamischen Republik Iran»

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Wahied Wahdat-Hagh

In diesem Band wird die islamistische Diktatur im Iran behandelt, die ihre eigene Bevölkerung unterdrückt, die iranische Bahai-Gemeinde zerstören will und eine große Barriere für die Gleichberechtigung der iranischen Frauen darstellt. Es geht um eine nicht reformierbare totalitäre Diktatur, die eine antisemitische Ideologie besitzt und den Staat Israel mit Vernichtung bedroht. In den letzten Jahren wurde in der deutschen Wissenschaft und im Journalismus oft geleugnet, dass der iranische Präsident mit der Vernichtung Israels droht. Der Autor weist nach, dass solche Vernichtungsphantasien lange vor der Gründung der «Islamischen Republik Iran» von islamistischen Ideologen propagiert wurden. Er beginnt mit der historischen und der genealogischen Entwicklung der Idee der absoluten Herrschaft des Klerus im 19. Jahrhundert und erklärt, wie die Machthaber des Iran heute im Namen von Gott, Führer und der islamischen Ummat ihre totalitäre Macht durchsetzen wollen.

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7. Die ”sanfte Revolution” 285

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285 7. Die ”sanfte Revolution” Die im Iran propagierte Vorstellung, eine ”sanfte Revolution” werde gegen das politische System geführt, ist aus der nachrevolutionären Reislamisierung der Gesellschaft hervorgegangen. Khomeinis Kulturrevolution begann mit Parolen gegen eine ”Kulturinvasion” aus dem westlichen Ausland und mit der Forde- rung nach der ”Islamisierung der Universitäten”. Die ”Säuberung” der Univer- sitäten galt als vordringliche Aufgabe. Ein eigens installierter Revolutionsrat der Universitäten entschied über die Entlassung von Professoren, Studenten und Personal. Schon am 29. Mai 1979 wurde eine Erklärung des Direktoriums veröffentlicht, in der es hieß, dass die Universität ein heiliger Ort sei und von Agenten des Kolonialismus gesäubert werden müsse.518 Der Höhepunkt der ”islamischen Kulturrevolution” war die Schließung der Teheraner Universität im April 1980. Khomeini bezeichnete die Universitäten als ”Zentren der Prosti- tution” und verbot jegliche politische Aktivität an den Hochschulen. Der Revolutionsführer hatte deutlich zum Ausdruck gebracht, was er unter Wissenschaft und freier Meinungsäußerung versteht. Zwar hatte er immer wie- der von Freiheit gesprochen, aber von einer von ihm selbst definierten ”islami- schen Freiheit”. Von westlicher Kultur hielt er nie etwas. Er verurteilte bei- spielsweise die Universitätsprofessoren, die in der Pahlavi-Ära Ideen aus dem Westen in die iranische Gesellschaft brachten. Das Schah-System sei überwun- den, sagte Khomeini, aber ”wir sind noch lange nicht die Zöglinge des Ostens und des Westens los, und wir sind noch lange nicht von ihnen befreit”.519 Er meinte die...

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