Show Less

Prävention von Rückenbeschwerden in der stationären Krankenpflege

Evaluation eines Beratungsangebots

Series:

Claudia Voelker

Rückenbeschwerden verantworten einen Großteil der Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung und der dadurch entstehenden Kosten. Da die Krankenpflege eine besonders betroffene Gruppe ist, bietet die zuständige Berufsgenossenschaft ein Beratungsangebot zur Prävention von Rückenbeschwerden an. Dieses Angebot wurde retrospektiv evaluiert, wozu die Berater sowie die Projektleiter der teilnehmenden Kliniken mittels leitfadengestützter Interviews befragt wurden. Abzüglich methodischer Limitierungen zeigte sich, dass mit der Etablierung eines Projektmanagements und der Einführung verschiedener Maßnahmen die Beratungsziele erreicht wurden. Während die Ergebniskontrolle eine Schwachstelle bildete, bestätigte sich insgesamt gesehen das Konzept, Präventionsmaßnahmen über ein Projektmanagement einzuführen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

7. Methodisches Vorgehen 145

Extract

145 7. Methodisches Vorgehen 7.1 Wahl der Methode Da die BGW im Vorfeld des Beratungsangebots keine begleitende, prospektiv an- gelegte Evaluation vorgesehen hatte, konnte sie zum Zeitpunkt der Entscheidung nur noch retrospektiv erfolgen. Aus dieser Perspektive wird die Vergangenheit re- konstruiert, was zwar Verzerrungen wahrscheinlich macht, im vorliegenden Fall jedoch ohne Alternative war. Zudem wurde die Erhebung des subjektiv wahrge- nommenen Nutzens vor eine objektive Outcome-Evaluation gestellt. Um wesent- lich erscheinende Inhaltsbereiche erfassen zu können, wurde die Methode des halbstrukturierten Interviews gewählt. Das qualitative Vorgehen diente der Ge- nerierung relevanter Erfolgskriterien und entsprechender Hypothesen über den Einfluss bestimmter Prozess- und Strukturvariablen auf den Beratungsverlauf und ggf. auf die Ergebnisse. In der vorliegenden Untersuchung kann die Form der Leitfadeninterviews als Mischform zwischen Experteninterview (Meuser & Na- gel, 1991) und halbstrukturiertem, problemzentriertem Interview angesehen wer- den. Die am Beratungsprozess beteiligten Berater und Projektleiter wurden als Experten ihrer Tätigkeit und des Untersuchungsgegenstandes als Anwendungs- feld interviewt. Durch die inhaltliche Vorstrukturierung wurden die Aussagen vergleichbar, während zugleich die offene Gestaltung der Interviewsituation dem Interviewer erlaubte, sich durch den Einsatz situationsadäquater ad hoc Fragen auf das Gesagte einzulassen (Bortz & Döring, 2006; Flick, 2000). Das Prinzip der Problemzentrierung umfasst nach Witzel (1985) die Vorab-Erarbeitung der wesentlichen Aspekte der Beratung und ihres Hintergrundes durch den Intervie- wer. Die Gegenstandsorientierung gewährleistet die spezifisch auf die Rücken- beratung ausgerichtete Befragung, ohne dazu fertige Instrumente übernehmen zu müssen. Durch die Prozessorientierung werden die Daten flexibel und schritt- weise gewonnen, indem im Gespr...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.