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Prävention von Rückenbeschwerden in der stationären Krankenpflege

Evaluation eines Beratungsangebots

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Claudia Voelker

Rückenbeschwerden verantworten einen Großteil der Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung und der dadurch entstehenden Kosten. Da die Krankenpflege eine besonders betroffene Gruppe ist, bietet die zuständige Berufsgenossenschaft ein Beratungsangebot zur Prävention von Rückenbeschwerden an. Dieses Angebot wurde retrospektiv evaluiert, wozu die Berater sowie die Projektleiter der teilnehmenden Kliniken mittels leitfadengestützter Interviews befragt wurden. Abzüglich methodischer Limitierungen zeigte sich, dass mit der Etablierung eines Projektmanagements und der Einführung verschiedener Maßnahmen die Beratungsziele erreicht wurden. Während die Ergebniskontrolle eine Schwachstelle bildete, bestätigte sich insgesamt gesehen das Konzept, Präventionsmaßnahmen über ein Projektmanagement einzuführen.

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10. Diskussion 293

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293 10. Diskussion Zunächst sollen die Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Ausfüh- rungen inhaltlich diskutiert werden (10.1). Anschließend wird ihre Belastbarkeit aus methodischer Sicht reflektiert (10.2). 10.1 Diskussion der Ergebnisse „Prävention von Rückenbeschwerden in der stationären Krankenpflege“ – dieses auch „Rückenberatung“ genannte Angebot der BGW hatte einen hohen Anspruch. Die vorliegende Arbeit sollte nun über die Befragung zweier Schlüsselakteure er- mitteln, was leistbar war und was fehlte, um diesem Anspruch zu genügen. Allein der Titel des Beratungsangebots der BGW birgt einige Herausforde- rungen. So erscheinen die Ergebnisse zur Prävalenz von Rückenbeschweren und deren Folgen Grund genug dafür, Präventionsmaßnahmen anzustoßen. Aller- dings variieren diese Ergebnisse beträchtlich und sind nur schwer vergleichbar, da ihnen unterschiedliche Fall-Definitionen zugrunde liegen, sie überwiegend aus Querschnittsstudien stammen, nicht-standardisierte Symptome abfragen und andere methodische Inkonsistenzen aufweisen. So werden Rückenbeschwerden einfach zeitlich definiert oder über Einschränkungen, Arbeitsunfähigkeit oder Arztkonsultationen und oft ist nicht klar, auf welche Diagnosegruppe sich die Angaben beziehen. Zudem wird Schmerz unterschiedlich definiert und die Fra- gen in den Befragungen sind nicht wortgleich formuliert. Auch kann die Ten- denz, dass Rückenschmerzpatienten bei diesen Befragungen eher antworten, zu einem Responsbias führen. Genauso wirken andere Sichtweisen, Empfindlich- keiten, Prioritäten und Werte. Ebenfalls zu beachten ist, dass Frauen fast immer höhere Prävalenzen aufweisen als Männer, was i.d.R. durch eine stärkere Soma- tisierungstendenz der Frauen erklärt wird (Schneider et al., 2006b) und...

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