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Literale Textentwicklung

Untersuchungen zum Erwerb von Textkompetenz

Series:

Helmuth Feilke and Regula Schmidlin

Im Brennpunkt der verschiedenen empirischen Untersuchungen des Bandes stehen die Bedingungen der Genese einer literalen Textkompetenz. Die Beiträge greifen linguistisch und sprachdidaktisch zentrale Fragen der aktuellen Diskussion auf: Wo liegen die Anfänge für die Entwicklung textueller Strukturen? Wie verhalten sich hinsichtlich der Entwicklung von literaler Textkompetenz Mündlichkeit und Schriftlichkeit zueinander? Wie interagieren verschiedene sprachliche Ebenen bei der Entwicklung von Textkompetenz? Wie verhalten sich Kohäsion und Kohärenz im Erwerb zueinander? Schließlich auch: Gibt es historisch einen Wandel in der Entwicklung von Schreibfähigkeit?

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Regula Schmidlin & Helmuth Feilke - Forschung zu literaler Textkompetenz — Theorie- und Methodenentwicklung 7

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Forschung zu literaler Textkompetenz 7 Forschung zu literaler Textkompetenz - Theorie- und Methodenentwicklung Regula Schmidlin / Helmuth Feilke 1. Forschungsrichtungen Die Vielfalt von Forschungsrichtungen und Disziplinen, die sich mit der onto- genetischen Schreibentwicklung befassen, liegt in der Natur der beschriebenen Sache selbst; es sind drei Typen von Entwicklungsprozessen, die bei der Heraus- bildung von Schreibfähigkeiten von zentraler Bedeutung sind: die Sozialisation, wozu sowohl das schulische Umfeld mit der Rolle der Lehrer als Experten ge- hört als auch das vorschulische Schreiben (sofern die entsprechenden sozialen Voraussetzungen vorhanden sind), das kognitive Lernen und der Spracherwerb im eigentlichen Sinne, der sich auf genuin zur Schriftlichkeit gehörende sprach- liche Bereiche bezieht. Dazu werden neue sprachliche Strukturen gezählt, welche die Grammatikalisierung und Rekodierung von Sprache dynamisieren (Feilke/ Kappest/ Knobloch 2001). „In einer literalisierten Kultur wird das Schreibenler- nen zu einem Turbolader für Rekodierungsprozesse." (Kappest 2001, 100) Schreibnovizen lernen nicht eine neue Sprache, sondern die eigene Sprache neu (Günther 1998, 21). Diese Sichtweise schließt an diejenige Wygotskis an, der postuliert, dass die geschriebene Sprache das Kind „in die höchste abstrakte Ebene der Sprache" (Wygotski 1964, 225) einführt und so seine mündlich vor- handene Sprache umbildet. Was in der kindlichen Sprache mündlich bereits vor- gebildet worden ist, wird in schriftlichen Texten in seiner Essenz weiter verwen- det, den neuen medialen Bedingungen jedoch angepasst. Beispielsweise kennen Kinder den Einsatz der wörtlichen Figurenrede bereits aus ihren mündlichen Er- zählungen. In ihren Texten übernimmt dieses Mittel...

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