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Mobile Kommunikation im Kontext

Studien zur Nutzung des Mobiltelefons im öffentlichen Raum

Joachim Höflich

Mit dem Mobiltelefon hat sich die Kommunikation im öffentlichen Raum verändert. Es dient dazu, unseren Alltag zu koordinieren und Wartezeiten zu überbrücken. Es bringt uns anderen ein Stück näher, doch zugleich verlieren wir die direkte Umgebung aus dem Auge. Mit seinem Klingeln gehen wir anderen auf die Nerven und setzen uns zugleich unter Stress. Dies sind nur einige Themen, denen sich dieses Buch widmet. Es fasst eine Reihe von Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, zusammen und stellt eine Zwischenbilanz der Forschung dar. Dabei soll der Leser geradezu auf eine ‘empirische Erkundung’ und ‘Begehung’ mitgenommen werden und so die Forschungen nachvollziehen können.

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Vorwort 5

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5 Vorwort Ist die Rede davon, dass jemand ‚auf Draht sei‘ oder sogar ‚schwer auf Draht sei‘, dann wird das möglicherweise für zukünftige Generationen nicht mehr so leicht verständlich. Wir leben in der drahtlosen Zeit des Mobiltelefons – in ei- nem ‚drahtlosen Jahrhundert‘, das uns schon vor mehr als einhundert Jahren vo- rausgesagt wurde: „Sie werden sich sehen, miteinander sprechen, werden ihre Akten austauschen und werden sie unterschreiben, gleichsam, als wären sie zu- sammen an einem Ort. Nirgends, wo man auch ist, ist man allein. Überall ist man in Verbindung mit allem und jedem. Jeder kann jeden sehen, den er will, sich mit jedem unterhalten…“ (Sloss 2010: 47). Von überall aus in Kontakt tre- ten ohne ‚Raumeinschränkung‘, so dass wir alle ein Stück mehr zusammenrü- cken. Die Beziehungen der Menschen sind in der Tat enger geworden. Ob es der Beginn einer Glückszeit ist, das sei dahingestellt. Vielmehr schwingt eine ge- wisse Ambivalenz mit: Zusammenrücken bedeutet immer auch Kontrolle, man weiß, was der andere tut, wie es ihm geht – und wo er ist. Es deutet sich eine „Dualität der Effekte“ (Mesthene 1972) an. Gemeint ist damit, dass Medien, wie Technik überhaupt, nicht nur positive oder negative Auswirkungen, sondern beides mit sich bringen. Nachdem mittlerweile nahezu jeder (für Jugendliche trifft dies allemal zu) über ein Mobiltelefon verfügt, haben wir gelernt – oder sind zumindest dabei – damit umzugehen und zwischen positiven und negativen Effekten abzuwägen. Das schließt neue Abhängigkeiten...

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