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AfrikaBilder im Wandel?

Quellen, Kontinuitäten, Wirkungen und Brüche

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Edited By Jessica Breidbach, Manuel Aßner, Abdel-Amine Mohammed, David Schommer and Katja Voss

Woran denken Sie, wenn Sie sich Afrika vorstellen? Tauchen vielleicht stereotype Bilder vor Ihrem inneren Auge auf: Afrika, der Kontinent der Krisen, Krankheiten und Katastrophen; der Fernwehfantasien, wilden Tiere und weiten Landschaften? Dieser Sammelband geht AfrikaBildern auf die Spur, fragt nach ihren Quellen und Wirkungen, sucht ihre Kontinuitäten und Brüche, entlarvt sie als gedankliche und soziale Konstrukte, die diskursiv Machtwirkungen ausüben. Die Beiträge beschäftigen sich multi- und interdisziplinär mit Kolonialismus und Antikolonialismus sowie AfrikaBildern in Medien, Tourismus, Kunst, Literatur, Bildung, Pädagogik, Ökonomie und Politik. Ziel ist die Dekonstruktion einseitiger AfrikaBilder und damit Wandel realer Herrschaftsverhältnissen, Denk- und Redeweisen.

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GROSSBILDSAFARI UND KLEINWORTBÜHNE(Kunst und Literatur)

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GROSSBILDSAFARI UND KLEINWORTBÜHNE (Kunst und Literatur) Diskursstrategien in afrikabezogenen Kulturzeitschriften in Paris Lotte Arndt Zeitschriften spielten das ganze 20. Jahrhundert hindurch eine wichtige Rolle für die Selbstverständigung und Positionierung der afrikanischen Diaspora in Frankreich. Paris, damals Zentrum des französischen Kolonialreichs, war bereits in den 1930er Jahren Ort einer vielfältigen Zeitschriftenkultur. In regem trans- nationalen Austausch mit afro-amerikanischen Künstler_innen und politischen Bewegungen wie der Harlem Renaissance und panafrikanischen Gruppierungen stehend (Edwards 2003), sahen sich viele der Zeitschriften schnell der Zensur ausgesetzt: Dies traf zum Beispiel La revue du monde noir im Jahr 1930 nach sechs Nummern, Légitime Défense (1931) nach einer einzigen Nummer und L’étudiant noir, in deren Redaktion der Kern der künftigen Begründer der Négritude-Bewegung versammelt ist und deren Erscheinen 1934 eingestellt wurde. Den Verboten zum Trotz entwickelten Afrikaner_innen in der französischen Diaspora auch nach 1945 ihre Positionen in Zeitschriften. Als vielstimmige Medien spielten diese eine tragende Rolle als Forum der intellektuellen Ausein- andersetzung. Die Periodica bieten einen Rahmen für Kontroversen, die Teil einer Positionierungs- und Subjektivierungsarbeit sind. Zugleich treten sie dabei in ein dialektisches Verhältnis zu der sie umgebenden Gesellschaft, beziehen zu dieser Stellung und entwickeln dabei schrittweise ihre Interventionsstrategien, die ihrerseits die Spuren ihrer Zeit tragen. Der jeweilige Ausgangspunkt der Herausgeber_innen, auf den ich mich hier konzentrieren werde, ist dabei zumeist ein spezifischer Mangel, den die Redak- tionen mit ihrem Wort-Ergreifen ebenso sichtbar machen, wie sie verändernd darin eingreifen....

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