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Der Kosovo-Konflikt

Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven - Zur Stabilisierung einer Krisenregion

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Jakob Kreidl

In einer umfassenden Analyse widmet sich der Autor dem jahrhundertealten Kultur- und Territorialkampf, dessen Eskalation 1999 zur militärischen NATO-Intervention führte. Wegen des seither ungeklärten völkerrechtlichen Status ist die Zukunft des Kosovo auch Jahre nach Kriegsende weiter ungewiss und das Nation Building kommt nicht entscheidend voran. Nur wenn die internationale Gemeinschaft die Statusfrage entscheidet, werden sich Perspektiven zur dauerhaften Stabilisierung dieser Krisenregion ergeben.
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Einleitung

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Das Kosovo, ein Gebiet, dessen Fläche etwa halb so groß ist wie die des Bun- deslandes Hessen, steht mehrere Jahre nach dem 1999 beendeten Krieg nicht mehr im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Unabhängig davon sind mit der Lö- sung des Kosovo-Konflikts einige zentrale Herausforderungen der internationa- len Politik, vor allem der Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts verbunden. Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien in den 1990-er Jahren und der totale Zerfall dieses Staates mit all seinen verheerenden Auswirkungen haben die Gemüter der Menschen in Europa stark bewegt. Diese Ereignisse haben gezeigt, wie rasch sich staatspolitische und territoriale Situationen völlig verändern können und wie notwendig es ist, sicherheitspolitische Konzeptionen zur Stabilisierung der Balkanregion und seines europäischen Umfeldes zu entwickeln. Die Mitarbeiter der International Helsinki Federation, Christine von Kohl und Wolfgang Libal stellten bereits 1992 im Zusammenhang mit der sich zuspitzen- den Krise im Kosovo fest: „Den 'gordischen Knoten' Kosovo geduldig zu entwirren scheinen Serben und Albaner allein kaum imstande zu sein; die europäischen Nationen und die in- ternationale Gemeinschaft werden sich daher ihrer Mitverantwortung für eine Neuordnung auch in diesem Teil des ehemaligen Jugoslawien nicht entziehen können, wenn eine Katastrophe vermieden werden soll. "1 Der Zusammenbruch Jugoslawiens erfolgte nicht zufällig während des Endes des Ost-West-Konflikts. Der Vielvölkerstaat war von 1945 bis Anfang der ach- ziger Jahre dadurch zusammengehalten worden, dass der langjährige Herrscher Tito auf der Grundlage seiner sozialistischen Ideologie mit seinem Charisma und politischem Geschick sowie dem...

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