Show Less

Der Kosovo-Konflikt

Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven - Zur Stabilisierung einer Krisenregion

Series:

Jakob Kreidl

In einer umfassenden Analyse widmet sich der Autor dem jahrhundertealten Kultur- und Territorialkampf, dessen Eskalation 1999 zur militärischen NATO-Intervention führte. Wegen des seither ungeklärten völkerrechtlichen Status ist die Zukunft des Kosovo auch Jahre nach Kriegsende weiter ungewiss und das Nation Building kommt nicht entscheidend voran. Nur wenn die internationale Gemeinschaft die Statusfrage entscheidet, werden sich Perspektiven zur dauerhaften Stabilisierung dieser Krisenregion ergeben.
Show Summary Details
Restricted access

5. Die internationale Gemeinschaft und der Wiederaufbau des Kosovo

Extract

Noch während die Kampfhandlungen im Kosovokrieg voll im Gange waren, sicherte die internationale Gemeinschaft zu, das Kosovo wieder aufzubauen und auch den Anrainerstaaten finanziell unter die Arme zu greifen. Außerdem setzte sich die Idee durch, Südosteuropa durch ein umfassendes Regionalkonzept nachhaltig zu befrieden und enger an die europäischen und atlantischen Struktu- ren heranzuführen. Die Verwirklichung des Friedens wird dabei als eine über- wiegend europäische Aufgabe angesehen. Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Probleme Südosteuropas europäische Probleme sind: Wenn Europa nicht Stabilität in diese Region importiert, wird weiterhin von dort Instabilität exportiert. Anfang Juni 1999 entschied sich die EU zur Gründung einer Wie- deraufbauagentur für das Kosovo. Einige Tage später haben mehr als 40 Staa- ten, internationale Organisationen und regionale Zusammenschlüsse den Stabi- litätspakt für Südosteuropa beschlossen. Dieser Pakt stellt eine politische Ver- pflichtungserklärung und Rahmenvereinbarung zur internationalen Kooperation dar. Es handelt sich also nicht um eine neue internationale Organisation mit ei- genständigen Finanzmitteln und Implementierungsstrukturen. Über den unmittelbaren Sicherheitsbegriff hinausgehend liegt diesem Ansatz das Ziel zugrunde, die Gesamtheit der Konfliktursachen anzugehen. Neben der Schaffung demokratischer Strukturen und dem Aufbau arbeitsfähiger Institutio- nen ist soll der Stabilitätspakt dazu beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu fördern und eine nachhaltige ökonomische Prosperität zu errei- chen. Anstatt nur Symptome zu bekämpfen, die in der Vergangenheit zu immer neuen gewalttätigen Auseinandersetzungen und wirtschaftlichem Niedergang geführt haben,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.