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Der Kosovo-Konflikt

Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven - Zur Stabilisierung einer Krisenregion

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Jakob Kreidl

In einer umfassenden Analyse widmet sich der Autor dem jahrhundertealten Kultur- und Territorialkampf, dessen Eskalation 1999 zur militärischen NATO-Intervention führte. Wegen des seither ungeklärten völkerrechtlichen Status ist die Zukunft des Kosovo auch Jahre nach Kriegsende weiter ungewiss und das Nation Building kommt nicht entscheidend voran. Nur wenn die internationale Gemeinschaft die Statusfrage entscheidet, werden sich Perspektiven zur dauerhaften Stabilisierung dieser Krisenregion ergeben.
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6. Optionen zur Konsolidierung des Kosovo

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Betrachtet man Entwicklung seit dem Krieg 1999, so stellt sich zwangläufig die Frage, ob die von der internationalen Staatengemeinschaft bisher gegenüber dem Kosovo verfolgte Konzeption weiter beibehalten werden kann. Ein wesent- licher Aspekt dieser Konzeption besteht darin, die Frage nach dem künftigen völkerrechtlichen Status erst dann beantworten zu wollen, wenn die rechtsstaat- liche Fundierung des Gemeinwesens, das Funktionieren der demokratischen Institutionen, die gegenseitige Toleranz der verschiedenen Volksgruppen und die marktwirtschaftliche Substanz der Volkswirtschaft eine bestimmte Qualität erreicht haben. Während für den ersten UN-Sonderbeauftragten für das Kosovo, Bernard Kouchner, Überlebenshilfe und Wiederaufbau im Mittelpunkt seiner Tätigkeit standen, hat sein Nachfolger Hans Haekkerup für den Aufbau der Selbstverwaltungsorganisationen und den Beginn des Dialogs mit Belgrad ge- sorgt. Michael Steiners Hauptaufgabe bestand darin, schrittweise Kompetenzen, und damit verbunden die Verantwortung von den internationalen Organisatio- nen auf die lokalen Institutionen zu übertragen. Er förderte die regionale Ko- operation, besonders auch mit Belgrad, brachte jedoch während seiner Tätigkeit als UNMIK-Chef wiederholt seine Überzeugung zum Ausdruck, dass es trotz aller Forderungen der Kosovo-Albaner und aller Warnungen von serbischer Seite nicht vorrangig um die Lösung der Statusfrage gehe. Mit dem Beginn des Transfers im ersten Halbjahr 2002 sind im Kosovo unrea- listische Erwartungen entstanden. Vermehrt sind seither Ungeduld und Reibun- gen festzustellen. Die ungelöste Frage nach dem zukünftigen Status Kosovos und das Beharren auf der von der von Steiner ausgearbeiteten Doktrin „Stan- dard vor Status" hat zunehmend das Verhältnis zwischen...

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