Show Less

Neue Energie im Osten – Gestaltung des Umbruchs

Perspektiven für eine zukunftsfähige sozial-ökologische Energiewende

Edited By Dorothee Keppler, Benjamin Nölting and Carolin Schröder

In diesem Sammelband werden die Chancen und Hemmnisse einer Energiewende in Ostdeutschland diskutiert. Ausgangspunkt ist die von Vertretern und Vertreterinnen der Ostdeutschlandforschung aufgestellte These, dass eine Energiewende und der Ausbau erneuerbarer Energien in Ostdeutschland die Chance eröffnen, sich vom Modell einer nachholenden Industrialisierung nach dem Muster des «Nachbaus West» zu lösen und die damit verbundenen Entwicklungsblockaden zu überwinden. In den Beiträgen des Buches wird aus Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen sowie der Praxis untersucht, ob und wie durch eine Energiewende ein sozial-ökologischer Pfadwechsel initiiert, die Bevölkerung beteiligt und zukunftsfähige, ressourcenschonende Wirtschaftsformen etabliert werden können. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser im Handlungsfeld Energieversorgung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Strategiebausteine für eine Energiewende in Ostdeutschland

Extract

170 171 Susanne Schön L’etat, c’est nous. Innovative Finanzierungsmodelle für eine Energiewende Wie kann eine Energiewende in Ostdeutschland finanziert werden? Wie kann die Bevölkerung zu den ökonomischen Nutznießern zählen? Diese für die Um- setzung der Energiewende zentralen Fragen schneiden die einführenden Beiträge in diesem Band (vgl. Einleitung; Nölting, Thomas und Land) zu Recht an. Was wäre eigentlich, wenn die Energiewende in Ostdeutschland von der Bevölkerung finanziert würde? Der Energiesektor bietet seit Jahrzehnten verlässlich lohnende Geschäfte. Ei- ne dezentral konzipierte Energiewende besteht vor allem aus Einzelprojekten mit jeweils überschaubaren Investitionsvolumina. Privates Kapital ist in Deutschland reichlich vorhanden – in geringerem Umfang auch in Ostdeutsch- land. Finanzielle Beteiligung der BürgerInnen vor Ort an Investitionen und Er- trägen schafft Identität und erhöht die Akzeptanz: der Einzelprojekte wie der Energiewende insgesamt. Es könnte klappen, aber jemand müsste es organisie- ren. Es mangelt nicht an Finanzen, es mangelt an Finanzierungsmodellen. Mit diesen Thesen verbindet der Beitrag die eingangs aufgeworfenen Fragen. Er spielt mit dem Gedanken und exploriert neue Finanzierungsmodelle – für de- zentrale Infrastrukturen im Allgemeinen und für eine Energiewende im Beson- deren – unter Beteiligung privaten Kapitals. Er speist sich aus Recherchen und Analysen zur Semi- und Dezentralisierung technischer, sozialer, kultureller und wirtschaftsnaher Infrastrukturen. Er will zu Debatten anregen, keine definitiven Antworten geben. Leitgedanken des Beitrags sind: Die staatlichen und kommunalen Kassen sind leer, erneuerbare Energien werden bereits vielfach gefördert, wesentlich mehr ist nicht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.