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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2010/2011

Herausgegeben vom Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Frankfurt am Main) und der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (Berlin), Kinder- und Jugendbuchabteilung

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Edited By Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers and Carola Pohlmann

Die siebzehnte Folge des Jahrbuchs dokumentiert erneut die wachsende Internationalisierung der Kinder- und Jugendliteraturforschung. Die Beiträge aus den Niederlanden, Portugal und Polen belegen die Vergleichbarkeit der Entwicklungen in einzelnen europäischen Ländern und regen zu weiteren komparatistischen Studien an. Ein Ländervergleich findet sich auch in der rezeptionsanalytischen Studie von Jeanette Hoffmann. Die historische Kinder- und Jugendliteraturforschung ist mit Beiträgen von Sebastian Schmideler und dem Exilforscher Christoph Seifener vertreten. Die gegenwartsbezogenen Aufsätze setzen die Auseinandersetzung mit Fantasy fort bzw. fokussieren jugendkulturelle wie auch multikulturelle Aspekte in Deutschland und Südkorea. Ute Dettmars Untersuchung soll nicht zuletzt demonstrieren, dass in diesem Jahrbuch auch die Kinder- und Jugendmedienforschung ihren Platz findet.

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Geschichtsbilder des Mittelalters in der Kinder- und Jugendliteratur vom 18. Jahrhundert bis 1945 Sebastian Schmideler Als ich mich im Jahr 2007 kaum fünfzehn Minuten lang in der Abteilung für Kinder- und Jugendliteratur einer größeren Berliner Buchhandlung aufhielt, notierte ich während meines Gangs entlang der Regale mehr als dreißig einschlägige Titel zum Thema Mittelalter. Das Gattungsspektrum reichte vom Bildersachbuch bis zum historischen Jugendroman. – Auch wenn diese eher zufällige Momentaufnahme keineswegs den Anspruch auf wissenschaftliche Repräsentativität erheben kann, zeigt dieses Experiment1 doch exemplarisch einen Trend: Das Mittelalter lebt – und es lebt insbesondere in der populärkulturellen Rezeption weiter. Dass hierbei speziell Kinder- und Jugendmedien in den Fokus der vielfältigen Offerten der Me- dienindustrie rücken, lässt sich vielfach belegen. Während der bislang einzigen Tagung zum Thema Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch, die im Dezember 2010 im Zentrum für Mit- telalterstudien der Otto Friedrich-Universität Bamberg stattfand, war deshalb nicht ohne Grund sogar von einem „Mittelalter-Boom“ im Bereich der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur die Rede. Doch was auf den ersten Blick als eine Signatur der unmittelbaren Gegenwart erscheint, relativiert der Blick zurück in die Geschichte. Von den mehr als 1750 Titeln aus fünf Jahr- hunderten Kinder- und Jugendliteratur mit eindeutigem Mittelalterbezug, die ich derzeit nachweisen kann,2 stammt ein erheblicher Teil des autopsierten Materials nicht aus dem 20. Jahrhundert. Die gegenwärtige Konjunktur des Mittelalters im Kinder- und Jugendbuch ist als wesentlicher Aspekt der populärkulturellen Mittelalterrezeption jedoch...

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